06.03.2018

Trendreport: Bauprojekte

Monatsbericht Februar 2018

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Der marktdialog Ticker:

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Kostenlose Kurznachrichten über den Pflegemarkt.

T!ckermeldungen zum Thema: Sonstiges

 


04.04.2018

Electrolux übernimmt Schneidereit

Der schwedische Haushaltsgerätehersteller Electrolux übernimmt mit dem Abschluß der kartellrechtlichen Prüfung den deutschen Mitbewerber Schneidereit. Beide Unternehmen versorgen im gewerblichen Bereich auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen.

Mit dem Schneidereit Umsatz, 2016 rd. € 18 mio., robben die Schweden ein Stückchen näher an den Gütersloher Platzhirschen Miele heran.

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12.03.2018

 

Blick zum Nachbarn:

Oberösterreich will keine neuen Pflegeheime

Erhöhten Pflegebedarf einerseits und reduzierte Kosten andererseits waren Ziel des Projektes Sozialressort 2021+ im Bundesland Oberösterreich. Drohte das Projekt Ende 2017 noch zu scheitern, präsentierte Soziallandesrätin  Gerstorfer (SPÖ) nun erste Ergebnisse und verkündet: nach den derzeit geplanten 463 neuen Pflegeplätzen sei Schluß mit weiteren Heimneubauten.

Stattdessen solle ein "Paradigmenwechsel" durch alternative Pflegeangebote eingeleitet werden, "98 Einzelmaßnahmen" seien definiert.  Bisher publizierte Einzelmaßnahmen betreffen allerdings den Behindertenbereich.

Einsparungen beim Personal, gemeinhin dem größten Kostenblock im Pflegebereich, hat man sich bereits abgeschminkt. Durch den "erhöhten Pflegeaufwand brauchen wir 710 Beschäftigte mehr", so die Sozial-Landesrätin.

 


28.02.108

 

Oppenheim: Geschäfte mit Geschmäckle

Oppenheims Bürgermeister und SPD-Bundestagsabgeordneter Marcus Held gerät in die Kritik wegen eines Immobiliengeschäftes. Er hatte dem Diakoniewerk Zoar eine 1.100qm-Immobilie in Oppenheim (RP) für knapp € 750.000 verkauft, er selbst hatte die Immobilie 3 Monate vorher privat für knapp € 370.000 erworben. Das zuvor als Gewerbegebiet ausgewiesene Grundstück war zwischenzeitlich von der Kommune in ein Mischgebiet für Gewerbe und Wohnen umgewandelt worden. Diakoniewerk-Geschäftsführer Kaiser hielt daher den Kaufpreis für angemessen, von der Vorgeschichte habe er keine Kenntnis gehabt. Beauftragte Sachverständige schätzten den Grundstückswert sogar noch höher ein.

Das in der Alten- und Behindertenhilfe tätige Diakoniewerk ist im gesamten Bundesland auf Grundstückssuche. Auf der Oppenheimer Fläche sollen Wohnungen für beeinträchtigte Menschen entstehen. Da Held auch Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Oppenheim war, soll er darüber Kenntnis gehabt haben.

Verschiedene SPD-Gremien forderten Held zur Niederlegung aller Ämter auf. Die Hälfte der SPD-Stadtverordneten traten aus Protest aus ihrer Fraktion aus. Im Kommunalparlament gibt es daher derzeit keine Mehrheitsverhältnisse mehr. Die Vorkommnisse riefen zudem den Staatsanwalt auf den Plan, es laufen Vorermittlungen. Anzeige sei allerdings nicht erstattet worden.


21.02.2018

Mieses Image deutscher Pflegeheime

In Vorbereitung einer am 21.Februar ausgestrahlten Fernsehsendung des SWR-Bürgertalks ließ der Sender über infratest-dimap 1000 repräsentativ ausgewählte Bürger befragen, in welchem Maß sie deutschen Pflegeheimen vertrauten, wenn sie in solch eine Einrichtung gehen müßten.

58% der Befragten erklärten, sie hätten wenig, 22% gar kein Vertrauen in eine Pflegeeinrichtung. 2% erklärten "sehr großes Vertrauen" und 17% "großes Vertrauen" zu haben.


08.02.2018

Groko-Pläne: Pflegepersonal soll kurzfristig um 8.000 Stellen erhöht werden

Für gesunde Skepsis sorgen  Pläne der (potentiellen) Groko unter Heimleitern, die Zahl der Pflegenden kurzfristig um 8.000 zu erhöhen. Zwar wird das Vorhaben grundsätzlich gelobt " Wir begrüßen das total" (so Mathias Wagner von der Stiftungs- Alten- und Pflegeheim Bad Neustadt). Woher die Pflegekräfte kommen sollen, bleibe indes unklar. Zwar steige die Anzahl der Auszubildenden, statistisch sei jedoch belegt, dass ausgebildete Fachkräfte nach durchschnittlich 8 Jahren entweder aufhörten oder ihre Arbeitsstunden reduzierten. Andere Stimmen verweisen darauf, daß 8.000 Zusatzkäfte bei über 13.000 Pflegeheimen im Land noch nicht mal eine Stelle je Pflegeheim ergäbe.

Wie man überhaupt auf diese Zahl käme, darüber klärt Sabine Dittmar auf, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD: Für das Programm seien € 400 mio. bewilligt worden. Wenn eine Pflegekraft 50.000 € im Jahr koste, ergäbe dies besagte 8.000 Pflegekäfte.

 


22.01.2018

 

Investitionsklima 2018: Licht und Schatten

Eine vom Fachverlag Vincentz Network in Auftrag gegebene Erhebung vermeldet eine deutliche Zunahme der Investititionsbereittschaft für 2018. "47 % aller Anbieter werden 2018 mehr investieren als 2017". Diese sollen insbesondere in den beiden Themenfeldern, IT & Technik (43% der Befragten) sowie Räumlichkeiten und Haustechnik (76%) erfolgen.

Eine sinkende Investitionsbereitschaft meldet hingegen der "Internorga GV-Barometer 2018" unter Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung, darunter Pflegeheime und Krankenhäuser. Demzufolge planen 48% aller Entscheider in 2018 Investitionen, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 62%. Die Investitionen sollen schwerpunktmäßig im Bereich "Allgemeine Austattung" und "Ausstattung zum Kochen" erfolgen. Etwa die Hälfte aller Investitionen sollen oberhalb der Summe von € 50.000.- liegen.

 


15.01.2018

 

48 % aller Heimbewohner benötigen staatliche Unterstützung,

so Professor Prestel von der Kemptener Fakultät für Soziales und Gesundheit. Bundesweit beträfe dies rund 326.000 Menschen.

Anlaß waren gestiegene Aufwendungen im Haushalt des Bezirks Oberschwaben, der zuletzt mit € 7,3 mio. 706 Pflegebedürftige in Heimen unterstützen mußte. Damit steht der Bezirk - trotz gestiegener Aufwendungen - im Bundesvergleich sogar nocht gut da.

Hintergrund der Kostensteigerungen sind Änderungen in den Rahmenbedingungen wie Pflegestärkungsgesetz, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, der Mindestlohn, häufig auch Anhebung des Personalschlüssels. Nicht nur Heimbetreiber kritisieren, daß die Kosten der veränderten Rahmenbedingungen zu Lasten der Heimbewohner ginge, denn "mehr Geld (ist) deswegen nicht ins System gekommen", so AWO-Geschäftsführer Mielke aus Schwerin.

 

MK-Kliniken gewinnen auch Berufungsverfahren gegen RTL

Das Team Wallraff "ermittelte" in gewohnt konspirativer Weise in Pflegeheimen der damaligen MK-Kliniken AG und behauptete in seinem auf RTL ausgestrahlten Beitrag unter anderem, Bewohner seien unterernährt. Die MK-Kliniken setzten sich dagegen gerichtlich zur Wehr und waren erstinstanzlich erfolgreich. Der Sender ging in Berufung und scheiterte damit nicht nur, sondern muß eine Richtigstellung ausstrahlen und ist zudem zum Schadensersatz verpflichtet.

 


11.12.2017

 

BPA verliert auch zweitinstanzlichen Prozeß gegen Stadt Regensburg

Auch vor dem Oberlandesgericht Nürnberg scheiterte der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), der überwiegend private Heimbetreiber vertritt, seinen angestrengten Prozeß gegen die Stadt Regensburg wegen unzulässiger Beihilfen bei Bau und Betrieb von Pflegeeinrichtungen. Die Entscheidung betrifft zwar nur den vorliegenden Fall, reicht in seiner Bedeutung aber bis auf die Bundesebene. Monetäre oder andere Vergünstigungen gewähren Kommunen den von ihnen betriebenen Pflegeheimen nahezu flächendeckend.

Die regionale Relevanz war auch ausschlaggebender Faktor für die Entscheidung des OLG. Wie die Vorinstanz sah das Gericht keine überregionale Bedeutung (binnenmarktrelevant) für die finanzielle Zuwendung aus dem städtischen Etat. Das Gericht betrachtete die Sache aus der Nachfrageperspektive, der BPA hingegen nahm eine Anbieterperspektive ein, da der Pflegemarkt auch für internationale Investoren hochgradig interessant sei. Das Gericht hielt dem entgegen, daß reine Finanzinvestoren nicht im Wettbewerb mit den operativen Betreibern von Pflegeheimen stünden. Die zahlreichen Verkäufe an Investoren sei hingegen ein Beispiel für die Fuktionstüchtigkeit des Marktes.

Das Urteil ist nicht mehr angreifbar, Rechtsmittel ließ das OLG nicht zu.

 


27.11.2017

 

Neu erschienene Erhebungen zum künftigen Pflegemarkt

Nach dem kürzlich erschienenen BARMER-Pflegereport haben jetzt auch die Berger-Unternehmensberatung und Deloitte/rwi/hcb in einer Koproduktion jeweils eigene Erhebungen zu den Entwicklungen auf dem Pflegemarkt veröffentlicht.

In den Zukunftstrends sind sich alle Autoren weitgehend einig, die Unterschiede liegen überwiegend in der quantitativen Einschätzung. Berger geht bis zum Jahr 2030 von einem Anstieg der Pflegebedürftigen von derzeit 2,9 mio. auf 3,5 mio. aus, Deloitte geht von 4,1 (Barmer-Studie: 4,5 mio.) aus. Der Bedarf an zusätzlich benötigten Fachkräften bis 2030 beziffert Deloitte mit 294.000 Vollzeitstellen, Berger macht den Bedarf an den Vakanzen derzeit unbesetzter Stellen fest und kommt zu dem Ergebnis, daß der in Rheinland-Pfalz mit 243 Vakanztagen am höchsten und in Berlin mit 140 Vakanztagen am niedrigsten ist.

Bis 2030 rechnet Deloitte mit einem Anstieg der Pflegebedürftigen auf 4,1 mio., davon 271.000 in stationären Pflegeheimen. Die erforderlichen Investitionen in den Pflegemarkt beziffert Deloitte mit 53-85 mrd. Euro, Berger geht von 65-84 mrd. € aus.

Worauf Bergers Erkenntnis beruht, daß "60 Prozent der freigemeinnütztigen und 74% der öffentlichen Einrichtungen nicht über die dafür benötigten Mittel" verfüge, bleibt unklar. Unter dem Stichwort "Professionalisierung" thematisiert die Berger-Publikation die künftig sinkende Anzahl an pflegenden Familienangehörigen und deshalb zunehmender professioneller Pflege, was zu höheren Kosten auch der kommunalen Kassen führen wird. Fünf Faktoren identifiziert Berger, um als Player im Pflegemarkt erfolgreich zu bestehen: integrierte Geschäftsmodelle, Digitalisierung, Arbeitgeberattraktivität, Qualitätsmanagement, Skaleneffekte und zeigt damit auch Handlungsansätze auf.

Die genannten Publikationen stehen Interessierten im Downloadbereich der marktd!alog-Website zur Verfügung.


07.11.2017

 

Brandmeldestatistik: Bilanz eines Jahres:

4 Tote, rund 80 Krankenhauseinweisungen, Sachschäden im mittleren Millionenbereich. Erfasst wurde 103 Brände, statistisch brennt es also nahezu 2xwöchentlich in einer deutschen Wohn-/Pflegeeinrichtung.

In annähernd 90%  der Fälle konnte durch eine frühzeitige Information der Feuerwehr, meist durch Brandmeldeanlagen, dazu beitragen, Schlimmeres zu verhindern.

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29.09.2017

 

Chef der Heimstiftung fordert Paradigmenwechsel in der Pflegeversicherung

In einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) fordert der Hauptgeschäftsführer der Ev. Heimstiftung Stuttgart eine "Teilkaskoversicherung" mit dem Ziel, die Pflegekosten für alle tragbar zu gestalten, egal ob sie zuhause, im Heim oder im Betreuten Wohnen lebten. Eine 0,5%ige Erhöhung des Pflegebeitrages würde "locker ausreichen". Nach seiner Einschätzung verhindere das bestehende System höhere Löhne für Pflegefachkräfte. Mit einer Teilkasko-Pflegeversicherung würden höhere Personalausgaben über den Pflegesatz refinanziert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht von einem weiteren Bedarf von rund 1 mio. Pflegefachkräften bis zum Jahr 2040 aus.

 


08.09.2017

 

WI-IMMOGroup erhält Verstärkung

Die Geschäftsführung des Hildesheimer Projektentwicklers erhält mit Mark Uhlmeier Verstärkung. Uhlmeier, von Haus aus Architekt, leitete mehrere Jahre die Produktgruppe Seniorenimmobilien bei der Goldbeck-Gruppe.

Bei der WI-IMMOGroup wird er sich dem Schwerpunkt Development widmen und gemeinsam mit Unternehmsgründer Frank Winkel die Geschäftsführung bilden.

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17.08.2017

 

TÜV-Prüfsiegel für " elVi "

Als erster Anbieter - eigenen Angaben zufolge - erhielt die Softwareschmiede La-Well Systems eine TÜV-Zertifizierung (TÜV Nord) für ihr Programm elVi:  "elektronische Visite". Das Zertifikat gilt als Türöffner für die Abrechnung von Videosprechstunden mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Videosprechstunde ist bereits Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) der KBV. Das Programm erspart in vielen Fällen die persönliche Arztvisite.

Seit 2014 läuft es im Pilotbetrieb, in der Region Bünde (Kreis Herford) wurden von gut 100 angeschlossenen Arztpraxen über 800 Televisiten, großteils in Pflegeheimen, durchgeführt. Dabei sollen Einsparungen im 5stelligen Bereich erzielt worden sein.

 

Altenpflege in Großbritannien vor "furchterregendem Szenario",

wenn die Regierung nicht dringend handelt. So die Worte von Sir Andrew Dilnot, Wirtschaftswissenschaftler, Regierungsberater und früherer Leiter des "Institute for Fiscal Studies". Die Regierung müsse die benötigten Ausgaben "beträchtlich und rasch" erhöhen.

In 2016 waren rund 1,3 mio. Briten über 65 Jahre alt, bis 2025 soll ihre Zahl um rund 350.000 Menschen zunehmen. Die Anzahl an Pflegebetten müßte Prognosen zufolge um über 70.000 wachsen. Doch jedes 6. derzeit bestehende Pflegeheim sei insolvenzgefährdet.

 

Villa für Hospizbau verschoben

Im schweizerischen St.Gallen fand jetzt ein Bauprojekt der nicht alltäglichen Art ein erfolgreiches Ende. Eine gut 140 Jahre alte Villa stand einem Hospiz-Neubauprojekt im Weg, doch abgerissen werden durfte sie nicht: Denkmalschutz. Findige Ingenieure verschoben das Bauwerk einfach. Mit Hilfe von 200 Stahlstützen wurde das 3600 Tonnen-Bauwerk rund 2 mm pro Sekunde um die erforderlichen 20 Meter versetzt.

 


02.08.2017

 

Anspruch von Heimen auf einen Versorgungsvertrag

mit den Pflegekassen besteht nur, wenn auch ein Angebot zur Tagesgestaltung vorgehalten wird.Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in einem seit 2012 laufenden Verfahren (Az.: L 15 P 36/12) entschieden.Die vollstationäre Pflege ist nach Auffassung der Richter eine Pflege "rund um die Uhr".

Zugrunde liegt die Klage eines Pflegeheims auf Abschluß eines Versorgungsvertrages. Es versorgt seine Bewohner nach Art eines Pflegeheims, allerdings ohne Angebote zur Tagesgestaltung. Die Heimbewohner sind tagsüber für bis zu 8 Std. in einer Behindertenwerkstatt tätig.

Ganz sind die Pflegekassen nicht aus ihrer finanziellen Verantwortung entlassen: sie müssen sich mit 10% am Heimentgelt beteiligen, das zwischen den Trägern der Sozialhilfe und der Einrichtung vereinbart wurde.

 


14.07.2017

 

Wenn "nehmen" seeliger denn "geben" ist - das Diakoniewerk Bethel

Das Diakoniewerk Bethel ist mit 13 Klinik- und Pflegeeinrichtungen, rund 1700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von gut € 75 mio. einer der größten freikirchlichen Betreiber im Land. An der Spitze der gGmbH steht Karl Behle, dem jetzt ein fast 50seitiger Untersuchungsbericht des Bundes der evangelisch-freikirchlichen Gemeinden (BEFG) eine sehr individuelle Sichtweise diakonischer Arbeit bescheinigt. Durch Tricksereien soll er das Unternehmen faktisch in seinen Privatbesitz gebracht haben, wie das Recherchenetzwerk CORRECTIV jetzt berichtete.

Details

ID 1380395864Bet

 


23.06.2017

 

ASB-Bremen bleibt in Tarifgemeinschaft Pflege Bremen

Der ASB bleibt nun doch in der Tarifgemeinschaft  und will die Klagen gegen diese zurückziehen (sh.unsere Meldung vom 12.Mai). Das teilt die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege mit. Der Bremer Pflegetarif wurde im März zwischen der Tarifgemeinschaft und der Gewerkschaft ver.di mit dem Ziel abgeschlossen, die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern und die Wettbewerbs-bedingungen der Träger auf dem Arbeitsmarkt anzugleichen.

Für den ASB war wohl aússchlaggebend, daß der künftige Tarifvertrag schrittweise umgesetzt werden kann. Zudem wollen die Sozialkassen den Mitgliedern der Tarifgemeinschaft mehr Geld zukommen lassen. Schließlich wird die Mitarbeit des ASB neu geregelt, er erhält nun einen festen Platz in der Gemeinschaft. Das war - da der ASB kooperatives Mitglied der AWO ist - bisher nicht der Fall.


26.05.2017

"Sorgestrukturen" müssen aufgebaut werden

Nicht einmal 2000 Einwohner zählt das Dorf im Emsland, doch europaweit produziert es immer wieder Schlagzeilen, denn es macht sich Gedanken um die Zukunft. Der rund 10 Jahres bestehende Arbeitskreis "Alt werden in Vrees" organisierte jetzt eine Vortragsveranstaltung, in deren Rahmen ein Professor der Ruhr-Universität Bochum die künftige Entwicklung unter der Überschrift "Das Sozialkapital schmilzt" zusammenfasst.

Die absehbare Entwicklung in Vrees steht stellvertretend für die Entwicklung fast aller ländlichen Räumen der Republik: die Zahl der über 65jährigen wird sich in den nächsten 10 Jahren verdoppeln und damit auch die Pflegequote. Die Altersentwicklung führt zwangsläufig auch zu abnehmendem bürgerschaftlichen Engagement, heute noch eine tragende Säule in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Fazit: neue "Sorgestrukturen" müssen geschaffen werden. Voraussetzung dafür sei, daß eine Gemeinde insgesamt hinter entsprechenden Planungen stehen müsse.


"Alltagsbetreuer" wird neues Berufsbild in Niederösterreich

Bereits ab Herbst 2017 könnte die Ausbildung starten, wenn der Landtag im Sommer dem Antrag entspricht. Geplant ist, in 40 Praxis- und 100 Theoriestudium und 1.Hilfekurs  Ausbildungswillige zu befähigen, Senioren und ihre Angehörigen mehrere Stunden am Tag zu unterstützen, Pflegebedürftige agil zu halten.  Die Alltagsbetreuer dürfen keine pflegerisch-medizinischen Tätigkeiten ausführen. Vermittelt werden sollen die geplanten Betreuer über sozialmedizinische Betreuungsdienste.

Hintergrund der Maßnahme ist der erwartete massive Anstieg der Pflegebedürftigkeit in den kommenden Jahren. Die Alltagsbetreuer sollen explizit dazu beitragen, mögliche Heimaufenthalte mindestens hinauszuzögern.

 


12.05.2017

 

ASB-Bremen will raus aus der Tarifgemeinschaft

Seit wenigen Monaten gibt es den ersten trägerübergreifende Tarifvertrag für Bremen, dem bisher 16 Organisationen, darunter die AWO, DRK, Caritas und Diakonie angehören. Die Tarifgemeinschaft soll einen wichtigen Beitrag  zur Aufwertung des Pflegeberufes und gegen unfaire gegenseitige Personalabwerbungen leisten. Mitglied ist auch der Arbeitersamariterbund (ASB) mit seinen beiden Organisationen für ambulante und stationäre Pflege, letztere findet in einer Einrichtung mit rund 90 Pflegeplätzen statt.

Doch bereits jetzt bröckelt die Gemeinschaft, der ASB will  fristlos und notfalls auf dem Klageweg wieder ausscheiden und die dort vereinbarten Löhne zurückschrauben. Nach Angaben des ASB würden sich die Mehrkosten alleine im ambulanten Bereich auf jährlich € 70.000 belaufen. Nach marktd!alog-Informationen betreuen die 4 bremischen Pflegedienste des ASB rund 400 Pflegebedürftige.

ID 1829

 


 

22.02.2017

DRK-Schwestern werden zu Leiharbeiterinnen,

zumindest außerhalb von DRK-Einrichtungen. Bisher waren die rund 25.000 im Pflegebereich tätigen Schwestern, die in einem der 33 nationalen Schwesternschaften oganisiert sind, als Vereinsmitglieder eingestuft und fielen dadurch nicht unter die Beschäftigungsfristen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. Durch die höchstrichterliche Entscheidung des Bundesasrbeitsgerichtes, die einer Entscheidung des EuGH folgt, verlieren die Schwestern künftig ihren besonderen Status und einen wichtigen Teil ihrer Existenzgrundlage.

Von der Leiharbeitsregelung ausgenommen bleibt der Einsatz der Schwestern in DRK-bzw. BRK-Einrichtungen, das DRK-Gesetz soll nach Verhandlungen des DRK mit dem Bundessozialministerium entsprechend geändert werden.

 


16.02.2017

 

Uni Witten/Herdecke: Krankenhauseinweisungen von Pflegebedürftigen lassen sich deutlich reduzieren

Ein Drittel weniger Einweisungen aus Pflegeheimen in Krankenhäuser sind möglich - so das Fazit einer Studie, die am 3.Februar vorgestellt wurde (sh.dazu auch unsere Januar-Meldung). Könnten Hausärzte im Pflegeheim Ultraschalluntersuchungen oder EKG`s vornehmen, wäre bereits eine signifikante Reduzierung möglich. Das Karussell Pflegeheim-Krankenhaus-Pflegeheim belastet insbesondere Demenzkranke und führt häufig zu einer Verschlechterung ihres Allgemeinzustandes, gleiches gelte sinngemäß für Menschen mit Behinderungen.Zudem ist das derzeitige Verfahren unwirtschaftlich: die Beispielindikation Pneumonie verursachte den Krankenkassen für die Versorgung von Heimbewohnern 2013 Kosten von € 163 mio., obwohl in vielen Fällen eine Behandlung auch im Pflegeheim möglich gewesen wäre.

Zum Abschlussbericht der Untersuchung.

 


10.02.2017

 

 

Streit um Subventionierung eines kommunalen Pflegeheims

geht in die nächste Runde. Das jedenfalls kündigte der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BpA) an. Im vergangenen Dezember war er mit seiner Unterlassungsklage in 1.Instanz gescheitert, jetzt dürfte das OLG Nürnberg die Angelegenheit auf den Richtertisch bekommen.

Im Kern geht es um Millionenzuschüsse aus dem städtischen Etat für den kommunalen Heimbetreiber Regensburg Seniorenstift GmbH für dessen Pflegeheim Kumpfmühl. Im Jahr 2015 zahlte die Stadt hierfür fast € 5 mio. an laufenden Zuschüssen, zudem einen Baukostenzuschuß in ähnlicher Höhe. Der BpA sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung. Dem folgte das Gericht erstinstanzlich nicht, dazu sei der kommunale Heimbetreiber nicht bedeutsam genug, folglich könne der Wettbewerb nicht verzerrt werden. Durch die Berufung des BpA ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Ein endgültiger Richterspruch geht in seiner Bedeutung weit über Regensburg hinaus, da defizitäre kommunale Pflegeheime bundesweit mit Steuergeldern über Wasser gehalten werden.

ID 91556494Bet


Ev.Altenhilfeverband fordert Paradigmenwechsel in der Pflegeversicherung

Strukturfehler in der Pflegeversicherung sind nach Ansicht des Deutschen "Evan­gelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege" (DEVAP) ursächlich für die chronische Unterfinanzierung und prekäre Personalsituation in der Altenhilfe. Er fordert einen Umbau zu einer "echten Pflegeteilkaskoversicherung", bei der die Pflegekassen alle notwendigen Leistungen finanzieren und den Versicherten einen fixen, gesetzlich festzulegenden, Anteil von bspw. € 10.-/Tag abverlangen soll.

Der DEVAP sieht sich als nationaler Fachverband diakonischer Träger und Verbände und vertritt nach eigenen Angaben u.a. 1950 stationäre Altenhilfeeinrichtungen.

 


27.01.2017

 

"Ein Drittel weniger Einweisungen aus dem Altenheim ins Krankenhaus",

so das Thema einer Tagung der Universität Witten/Herdecke, die am 3.Februar stattfindet. Dort werden die Ergebisse einer 2jährigen Studie vorgestellt, die in 4 Seniorenheimen NRW`s durchgeführt wurde und aufzeigt, welche Instrumente zur Verringerung von Krankenhauseinweisungen eingesetzt werden können. Denn diese führten nicht nur erhebliche Kosten, sondern bei Demenzkranken häufig zur einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes.

Die Untersuchungsergebnisse werden auch in einem Arbeitsbuch "Weniger Krankenhaus - mehr Lebensqualität" veröffentlicht, das interessierten Pflegeheimen auf der Tagung zur Verfügung gestellt wird.

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26.01.2017

Statistisches Bundesamt:  Personal in (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen ist 2015 überdurchschnittlich gewachsen

Im Rahmen der Berichterstattung über das Gesundheitswesen veröffentlichte das Bundesamt jetzt die Daten des Jahres 2015. Danach hat sich der Beschäftigungszuwachs in medizinischen Gesundheitsberufen mit einem Plus von 1,7 % gegenüber den Vorjahren zwar insgesamt verlangsamt, ist im (teil-)stationären Bereich jedoch mit +45.000 (+2,2% ) überdurchschnittlich gewachsen. Zurückzuführen sei dies auf das erste Pflegestärkungsgesetz, das am 1.Januar 2015 in Kraft trat.

Zur Statistik


16.01.2017

Innere Mission fordert "ambulant und stationär"

Die Münchner Innere Mission, die u.a. rund 10 Pflegeheime betreibt, kritisiert das neue Pflegestärkungsgesetz. Auch wenn es für Betroffene viele Vorteile bringe: der hinter den Pflegeleistungen stehende Personalschlüssel bleibe gleich und die Reform insoweit "budgetneutral". Die Stoßrichtung "ambulant vor stationär" sei falsch, vielmehr müßte es heißen "ambulant und stationär". So wünschenswert die eigene Häuslichkeit auch sei, "oft sprechen die Umstände dagegen", so der IM-Geschäftsführer.

 


06.01.2017

Landrat: Heimbewohner leben "in einem besonderen Gewaltverhältnis"

Reichlich Schelte muß der Landrat des niedersächsischen Landkreises Aurich einstecken für seine Äußerung, Bewohner von Pflegeheimen lebten faktisch "in einem besonderen Gewaltverhältnis". Mit diesem Terminus bezeichnen Juristen etwa die Einschränkung des Briefgeheimnisses bei Strafgefangenen. Auch das niedersächsische Sozialministerium widerspricht dieser Auffassung des Landrates.

Vorausgegangen war massive Kritik an der Heimaufsicht des Landkreises, die lange nichts von den teilweise desaströsen Zuständen unter der früheren Betreiberin des Pflegeheims Inselfrieden auf Norderney wußte. Nach Aussage des Landrats gäbe es auch bei allen anderen von der Heimaufsicht kontrollierten Heime des Landkreises kaum Hinweise auf Mängel, weil Angehörige von Heimbewohnern Repressalien für diese befürchteten, wenn sie sich beschweren würden.

 

Sex auf Rezept im Pflegeheim

Das jedenfalls empfiehlt die pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag und hat die Niederlande als Modell vor Augen. Dort gibt es für Pflegebedürftige bereits die Möglichkeit, entsprechende Dienste sogenannter Sexualassistentinnen unter bestimmten Voraussetzungen (teil-)finanziert zu bekommen. Auch das horizontale Gewerbe scheint Heimbewohner als Zielgruppe ausgemacht zu haben, legen sich doch immer mehr Prostituierte diese (als Beruf ungeschützte) Bezeichnung zu.

In Fachkreisen ist das Thema umstritten: der Pflegeforscher und Professor Frieling-Sonnenberg findet das Konzept "menschenverachtend", die Sexualberaterin für Pflegeheime (gibt es tatsächlich) bezeichnet es als "Segen", sowohl für Heimbewohner als auch Pflegepersonal.


23.12.2016

Zuhause ist es am schönsten, auf Malle sowieso

6 junge Spanier/innen aus Mallorca zogen im Herbst 2012 aus, um im Bergischen Land alte Menschen zu pflegen. Daheim gab`s keine Arbeit. Im Steinbrücker Pflegeheim war hingegen genug zu tun, auch die neue Sprache wollte gelernt sein. Im Frühjahr 2016 war das Experiment beendet, da gingen die letzten der jungen Leute in die Heimat zurück. Wichtigste Ursachen: die eigene Familie fehlte zu sehr und Heimweh.

Das Pflegeheim versucht`s weiter mit ausländischen Pflegekräften, jetzt wird in China gesucht. Dort sollen die Familienbande nicht so eng sein wie in Spanien.

 


25.11.2016

 

Pflegereport 2016 der Barmer GEK erschienen

Der Krankenversicherer stellt seinen aktuellen Report vor. In der inzwischen 9.Ausgabe werden auf gut 230 Seiten die sich abzeichnenden Folgen des Pflegeneuausrichtungsgesetzes, die Entwicklung der Pflegepersonalmarktes sowie die regionalen Versorgungsstrukturen analysiert. Grundlage des Reports sind die Daten der Pflegestatistik 2013 des Statistischen Bundesamtes sowie Daten der gesetzlichen und privaten Kostenträger.

(Zum Report)


09.11.2016

Neue Studie: Demografischer Wandel und Immobilien-Nutzungsarten

Eine neue Studie im Auftrag der Berlin Hyp beschäftigt sich mit den Auswirkungen des demographischen Wandels auf Logistik-, Einzelhandels- und Seniorenimmobilien. Bis 2050 entfällt in Deutschland auf jeden Erwerbstätigen eine Person im nichterwerbstätigen Alter, davon 66% Senioren. Das Angebot an Seniorenimmobilien müßte sich vervierfachen, um wachsendem Pflege-und Betreuungsbedarf gerecht zu werden.

(zur Studie)