06.10.2017

Pflegeheim-Bauprojekte, Monatsbericht September 2017

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T!ckermeldungen zum Thema: Pflegeheim vor Ort

 

 


16.10.2017

Proteste gegen Hessens geplante Heim-Bauverordnung

Mit scharfer Kritik, flankiert durch reichlich mediales Begleitfeuer, reagierten der Hessische Städtetag, freigemeinnützige Träger und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) gegen Pläne des hessischen Sozialministeriums für eine Modernisierung der Pflegeheime im Bundesland. Knapp 100 Organisationen erhielten den ministerialen Entwurf zugeschickt, gut 20 haben sich bisher zu Wort gemeldet. Eine Ministeriumssprecherin beteuerte inzwischen, das Land habe kein Interesse daran, gut funktionierende Einrichtungen „in ihrem Bestand anzufassen“.

Den Plänen zufolge soll u.a. die Zimmergröße angehoben werden. Pflegeeinzelzimmer sollen künftig mindestens 14 qm umfassen (bisher 12 qm), Doppelzimmer 24 statt bisher 18 qm. Zudem soll künftig jeder Wohnbereich ein eigenes Bad mit Toilette erhalten. Bisher war es zugelassen, dass sich benachbarte Bewohner einen Sanitärbereich teilen.

In fast allen an Hessen angrenzenden Bundesländern gelten ähnliche Bedingungen bereits.

Viele Pflegeexperten kritisieren seit langem Hessens veraltete Bausubstanz. marktd!alog-Daten zufolge sind rund 60 % der etwa 770 hessischen Pflegeheime älter als 20 Jahre, über 10% sogar älter als 50 Jahre.

Der t!cker meint: Wer ein würdiges Leben für die über 60.000 hessischen Pflegebedürftigen will, der sollte ihnen auch einen entsprechenden Wohnraum als nur wenig über dem einer Gefängniszelle (9 qm) zubilligen.


06.10.2017

 

Gewerkschaft ver.di setzt in Brandenburg höhere Pflegelöhne durch

Beim regionalen Heimbetreiber Albert Schweitzer gGmbH, der im brandenburgischen Elbe-Elster Kreis 3 Dauerpflegeeinrichtungen betreibt, ist es schon geschafft: je nach Berufserfahrung erhalten Pflegekräfte zwischen € 1924 und € 2634 brutto im Monat, zzgl. Zulagen.

Mit diesem exemplarischen Beispiel setzt ver.di jetzt andere Heimbetreiber in der Region unter Druck, klopfte bereits beim ASB und der M.E.D. GmbH an, die insgesamt 3 Pflegeheime im Kreis Oberspreewald-Lausitz betreiben. In Calau (M.E.D. GmbH) demonstrierten Heimmitarbeiter bereits in ihrer Mittagspause für höhere Löhne. ASB-Geschäftsführer Kohl signalisierte  Gesprächsbereitschaft über den von ver.di zugeleiteten Tarifvertragsentwurf.

 


21.09.2017

 

NRW: Aus für "ambulant vor stationär" ?

Der Fachverband wig ("Wohnen in Gemeinschaft NRW"), Interessenvertretung für - nach eigenen Angaben - mehr als 600 ambulant betreute Wohngemeinschaften sieht die Vorrangstellung von "ambulant vor stationär" bedroht, befürchtet einen Angriff der neuen Landesregierung auf ambulante Wohnformen.

Auslöser ist ein Änderungsentwurf des Pflegesetzes mit der Formulierung "alle Wohn- und Pflegeangebote sind gleichberechtigt einzubeziehen". Der Verband sieht einen "Kernbereich bewährter Altenpflegepolitik in NRW" bedroht und kündigt eine Öffentlichkeitskampagne an.

Die startet denn auch gleich mit dem Aufruf an ambulante Betreiber, sich in dem Fachverband zu organisieren und für schlappe 300 € an dessen bevorstehender Jahrestagung teilzunehmen.


15.09.2017

 

Aufnahmestopp in mehreren Bremer Pflegeheimen

Für das Stadtgebiet hat Bremens Heimaufsicht gleich in mehreren Pflegeheimen einen Aufnahmestopp verfügt. Hintergrund sind fehlende Pflegefachkräfte, wodurch die Heime die gesetzlich vorgegebene Fachkraftquote nicht mehr einhalten können.

Die Bremer Selbsthilfeinitiative "Heimmitwirkung" sieht darin eine Abwärtsspirale, die das Problem eher verschärften: Dürfen Heimplätze nicht neu belegt werden, fehlten den Pflegeheimen Einnahmen. Investitionen in die Immobilien würden ebenso aufgeschoben wie die erforderliche bessere Entlohnung des Pflegepersonals.

Die Fachkraftquote gleich ganz abzuschaffen fordert der Bremer Landesvorsitzende des BPA (Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste). Die Selbsthilfeinitiative Heimmitwirkung sieht hinter dem Fachkraftmangel ohnehin bei einigen Pflegeanbietern handfeste Profitinteressen: es würden lieber billige ungelernte als teure Fachkräfte beschäftigt.

 

Darmstadt: Die Wartelisten werden länger

Von zunehmend längeren Wartelisten in Dauerpflegeeinrichtungen berichten einige Einrichtungsleiter in der hessischen Metropole Darmstadt,vor allem für Einzelzimmer. Sozialdezernentin Barbara Akdeniz empfiehlt das Ausweichen ins Umland, in den Nachbarkreisen Darmstadt-Dieburg, Odenwald und Bergstraße erhalte man häufig schneller einen Platz.

Nach marktd!alog-Recherchen ist die Anzahl der in Pflegeheimen Versorgten innerhalb eines Jahres von 1013 auf 1106 und damit um knapp 100 auf eine Belegungsquote von jetzt 98% gestiegen - trotz Erweiterungsbau. 2016 lag die stadtweite Belegung laut dem marktd!alog-Jahresbericht Hessen 2016 noch bei 91%. Die letzte vorliegende Kommunalplanung konstatierte noch "eine rückläufige Nachfrage" nach Heimplätzen.


09.09.2017

 

Landkreis Oldenburg: Aufnahmestopp in mehreren Pflegeheimen

Grund: fehlende Pflegefachkräfte. Dabei wurde der jüngste Aufnahmestopp "erst Ende letzten Monats aufgehoben", so Sozialdezernent Bodo Bode.

Rund 1700 Pflegeplätze gibt es in den 28 im Kreisgebiet ansässigen Alten- und Pflegeeinrichtungen. Doch sie können trotz steigender Nachfrage aufgrund nicht erfüllter Fachkraftquote (50%) nicht alle vergeben werden.

 

CASA REHA stößt den Emilienhof ab

Das skandalträchtige Hamburger Pflegeheim versucht mit neuem Betreiber und unter dem neuem Namen "Haus Wandsbek" einen Neustart.

Die neue Berliner Inhaber-/ Betreibergersellschaft - vor Ort breits mit weiteren Pflegeeinrichtungen präsent - will das Haus komplett neu aufstellen, u.a. ist eine deutliche Reduzierung derr Pflegeplätze geplant. Aktuell ist die Einrichtung mit 58 Personen belegt, über 170 Plätze sind vorhanden. Grund ist ein von der Heimaufsicht verhängter Aufnahmestop, der Ende August ausgelaufen ist.

Die Einrichtung geriet bundesweit in die Schlagzeilen nachdem bekannt wurde, daß ein Pfleger eine demenzkranke Seniorin nachts mißhandelte und dafür eine Haftstrafe von 7 Monaten erhielt. Die mutige Pflegehelferin, die den Vorfall mit dem Handy filmte und erst die Heimleitung, nach deren Nichtstun die Heimaufsicht informierte, verlor anschließend ihre Arbeitsstelle.

ID 346

 

Münchenstift: 3000 Euro für Pflegekräfte

Niedrige Löhne und hohe Miet- /Lebenshaltungskosten gehen auf Dauer nicht zusammen und führten in Münchens Pflegeheimen zu einem dramatischen Mangel an Pflegekräften. Der  städtische Heimbetreiber Münchenstift reagierte darauf und schloß mit der Gewerkschaft ver.di den Tarifvertrag "TVöDplus" ab, nach dem junge Plegefachkräfte seit Januar ein Einstiegsgehalt von € 3000.- erhalten.

Möglich war der Vertrag erst nach Austritt der Münchenstift aus dem Kommunale Arbeitgeberverband Bayern, den der wollte den Tarifvertrag nicht mittragen.

 


04.09.2017

 

Seniorenwohnzentrum in Hatten bald wieder in Betrieb

Die in 2000 eröffnete und 2014 wegen Legionellenverseuchung geschlossene Wohanlage „Klänerhof“ im Kreis Oldenburg mit 50 Wohnungen wurde von der Lindhorst-Gruppe gekauft und soll ab 2018 wieder in Betrieb gehen.  Seinerzeit war sich die Eigentümergemeinschaft uneins über die Sanierungskosten.

ID 8854

 


01.09.2017

 

Euerdorfer Seniorenheim eröffnet am 2.September wieder

Eineinhalb Jahre nach Schließung der Pflegeeinrichtung im bayerischen Landkreis Bad Kissingen sind die umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen und die Immobilie den gesetzlichen Vorgaben angepaßt worden. Mit weniger Pflegeplätzen, aber mehr Einzelzimmern, neuem Speisesaal und modernisiertem Brandschutz eröffnet die Einrichtung mit neuem Betreiber, neuem Namen unter dem Motto "Herzen öffnen. Menschen begleiten" wieder. Dank breit angelegter Werbekampagne des neuen Betreibers war die Gewinnung der Pflegefachkräfte "nicht einfach", letztlich aber erfolgreich, so Regionalleiterin Hepp.

ID 7305


25.08.2017

 

NRW: Sozialminister präsentiert seine Folterwerkzeuge

Nordrhein-Westfalens neuer Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl Laumann, mahnt die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben hinsichtlich der Einzelzimmerquote in Pflegeheimen an. Demnach müssen in bestehenden Pflegeheimen ab August 2018 mindestens 80% Einzelzimmer vorgehalten werden.

In einer Mitteilung verweist das Ministerium darauf, daß nach dem letzten Erkenntnisstand gut 600 der insgesamt rund 2700 Pflegeheime des Landes diese Vorgaben noch nicht erfüllten. Diese seien angeschrieben worden, 516 hätten darauf reagiert. Davon konnten 72 noch keine "fristgerechte Umsetzungsperspektive" darlegen.Zwar könnten die jetzigen Bewohner dort wohnen bleiben, die "Heimträger müßten allerdings mit einem Belegungsstopp rechnen", so das Ministerium.

Der Minister verweist darauf, daß bereits seit 2003 entsprechende Vorgaben im Landespflegegesetz verankert seien. Dem müssen die "Einrichtungsträger nachkommen, die für die Umsetzung ...15 Jahre Zeit hatten". Alles Andere sei ungerecht gegenüber jenen, die sich daran gehalten und gehandelt hätten.

 

Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände gründen "Liga Düseldorf"

Sechs führende Verbände (AWO, Caritas, Diakonie, Der Paritätische, DRK und Jüdische Gemeinde) schließen sich zur Liga Düsseldorf zusammen. Sie repräsentieren 29 Pflegeheime sowie 52 Einrichtungen der offenen Seniorenarbeit und 151 Kindertagesstätten. Neben der Seniorenarbeit gilt ihr Einsatz Menschen mit Behinderungen, mit Migrationshintergrund, Arbeitslosen und Suchtkranken. Ihr Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung sozialer Arbeit in Düsseldorf in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Stadt.

Zur Liga-Website


21.07.2017

 

Fachkraftmangel: Mitarbeitersuche per Luftballon

Kreativität bewiesen die Verantwortlichen eines Pflegeheims im baden-württembergischen Ortenaukreis: Während des  Sommerfestes ließen die Heimbewohner rund 100 Luftballons aufsteigen, an denen Zettel mit Stellenangeboten des Heimes befestigt waren. Zuvor auf klassischem Weg geschaltete Stellenanzeigen blieben erfolglos.

Zwar darf bezweifelt werden, daß potentielle Bewerber auf diesem Weg erreichbarer sind, schließlich kommt die Thermik als Unsicherheitsfaktor hinzu. Die prominent berichtende Lokalpresse dürfte die Erfolgsaussichten der Aktion jedoch erheblich verbessern.


05.07.2017

 

Sachsens Pflegeheime leisten gute Arbeit

So das Fazit von Sozialministerin Barbara Klepsch in einer Stellungnahme zu einer Anfrage der Linksfraktion. 2016 wurden insgesamt 458 Pflegeheime kontrolliert - etwa jedes zweite sächsische Pflegeheim. In lediglich 2 Fällen wurden Auflagen in Form von Aufnahmestopps erteilt. Ursache: fehlendes Pflegepersonal. Darum müssten, so Schaper, Pflegeberufe durch höhere Löhne aufgewertet und vorhandene Mittel so verteilt werden, daß diese auch bei Pflegern und zu Pflegenden ankommen.

Gegenüber den Vorjahren hat die sächsiche Heimaufsicht ihre Kontrollfrequenz deutlich erhöht: in 2015 erfolgten 240 Heimbegehungen, 2014 waren es nur 195.


 

29.06.2017

Künftig zentralisierte Heimaufsicht in Hamburg ?

Die Aufsicht über die ambulanten und stationären Pflegedienstleistungen liegt bei den 7 Bezirksverwaltungen, in die die Hansestadt eingeteilt ist. Das könnte sich - so Stimmen aus der Harburger Bezirksverwaltung - ändern. Nach Aussage eines Vertreters der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) in einer Sitzung des Bezirksausschußes liegen Pläne vor, die eine Zentralisierung der Heimaufsicht anstrebt. Diese soll demnach entweder künftig im BGV gebündelt oder alternativ an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ausgegliedert werden. Dies soll sowohl die stationären als auch ambulanten Dienstleister betreffen.

Weitere Details ließ sich der BGV-Vertreter nicht entlocken: eine Lenkungsgruppe des BGV müße zuerst "Entscheidungen treffen".

 


22.06.2017

 

Bayern will Heimgesetze verschärfen

Ausgelöst durch die dubiosen Todesfälle in der fränkischen Seniorenreisdenz "Schloß Gleusdorf" sind Einzelheiten über die geplanten Änderungen der bayerischen Heimgesetze bekanntgeworden.

Demnach soll die bisher hauptsächlich auf Beratung ausgelegte Arbeit der FQA (Fachstellen für Pflege- und Behinderteneinrichtungen - Qualitätsentwicklung und Aufsicht) im Wiederholungsfall Anordnungen erlassen müßen und nicht nur - wie bisher - erlassen können. Ferner soll der Informationsaustausch zwischen den beteiligten Behörden sowie dem MDK verbessert werden mit dem Ziel, Defizite schneller zu erkennen und untereinander zu kommunizieren. Schließlich werde eine "Betriebserlaubnispflicht" für (potentielle) Heimbetreiber "geprüft".

Nach Angaben des Ministeriums soll die Gesetzesnovelle bis zum Anfang der kommenden Legislaturperiode Ende 2018 abgeschlossen sein.

 

Heimaufsicht München: Pflegemängel nehmen zu

Die amtlichen Prüfer stellen im abgelaufenen Jahr bei insgesamt 229 Kontrollen eine deutliche Zunahme (von knapp 10%) an Pflegemängeln fest. In 59% seien Verstöße gegen gesetzliche Qualitätsvorgaben festgestellt worden. Die Mängel treten etwa bei der Schmerzbehandlung und Dekubitusversorgung auf. In 53 Fällen sei eine Ruhigstellung u.a. mit Psychopharmaka erfolgt, in 64 Fällen keine ausreichende Sturzprophylaxe. Immerhin sind freiheitsentziehende Maßnahmen seltener geworden, von 2008 bis 2016 sei die Quote von rund 20 auf jetzt 1,2% gesunken.

Wesentlichste Ursache: der sich - gerade im Großraum München - verschärfende Fachkraftmangel. Insbesondere die dort hohen Mietkosten lassen sich mit den Löhnen der Pflegekräfte kaum vereinbaren.

 


 

19.06.2017

 

Sachsen-Anhalt: Fast ein Drittel weniger Pflegeschüler

So der Verband Deutscher Privatschulen Sachsen-Anhalt (VDP). Demnach ist die Zahl der Schüler zwischen 2010 und 2016 um rund 10 % gesunken, in der Fachrichtung Altenpflegehilfe und Kinderkrankenpflege sogar um mehr als 30%.

Hintergrund sei,  so Verbandsgeschäftsführer Jürgen Banse, daß Altenpflegeschüler monatlich bis zu € 150.- Lehrgeld zahlen müssten, während Lehrlingen in anderen Bereichen, etwa technischen Ausbildungsberufen, bis zu € 1000.- monatlich gezahlt würden. Wer sich dennoch für einen Pflegeberuf entscheide, wähle häufig den des Krankenpflegers. Der verdiene später mit knapp € 2900.- rund 1000 Euro mehr als ein Altenpfleger, der nur auf € 1789.-im Monat käme.

Für das Bundesland wird bis zum Jahr 2030 ein Mehrbedarf an Altenpflegern um bis zu 36% prognostiziert.


12.06.2017

 

Heimaufsicht Mettmann: Fachkraftmangel führt zu problematischer Einstellungspraxis

Die Heimaufsicht stellte jetzt im Gesundheitsausschuss ihren Abschlußbericht für das zurückliegende Jahr vor. Demnach wurde häufiger festgestellt, daß bei Neueinstellunge auf die eigentlich vorgeschriebene Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses verzichtet bzw. nicht alle 5 Jahre angefordert wurde. Es wurden Mitarbeiter beschäftigt, die wegen Einbruchdiebstahl, Körperverletzung oder Verstoßes gegen das BtMG verurteilt waren. In 8 derartiger Fällen steht ein Beschäftigungsverbot im Raum.

Desweiteren wurden - neben dem Dauerbrenner Pflegedokumentation - Fehler in der Medikamentenversorgung festgestellt. In einem Fall wurde mehrfach abgelaufenes Insulin verabreicht.

Die Behörde ist für die Aufsicht von 51 stationären Einrichtungen mit über 5000 Pflegeplätzen im Kreisgebiet zuständig.

 


10.06.2017

 

Kritik an Marienhaus-Holding

für ihre Absicht, ihre Waderener St.-Elisabeth-Klinik bis Jahresende zu schließen. Das dazugehörende Pflegeheim soll - so der Plan - eine Erweiterung auf dem Klinikgelände erhalten, finanziert aus Mitteln des Innovationsfonds. Die Lokalpolitik kritisiert diese Entscheidung heftig, ein Pflegeheim sein "kein Ersatz für ein Krankenhaus", so der Bürgermeister. Der ortsansässige Arzt und Co-Vorsitzende des saarländischen Hausärzteverbandes glaubt, der Standort sei durch den Träger "systematisch heruntergewirtschaftet" worden.

Die Holding gibt "Verluste in Millionenhöhe" als Begründung für die Schließung an.

ID 2545


Heimaufsicht Nürnberg: Missstände in Pflegeheimen nehmen zu

Die Anzahl "erheblicher Mängel" in Pflegeheimen habe sich seit 2016 mehr als verdoppelt - so ein Bericht der Aufsichtsbehörde an den städtischen Gesundheitsausschuss. Als erheblicher Mangel werden Defizite definiert, die nachteilige Auswirkungen auf den Gesundheitszustand eines Pflegebedürftigen haben. Bereits 2015 beklagte die Behörde mit 32 Mängelmeldungen einen drastischen Anstieg der Mängel gegenüber dem Jahr 2014.

Insgesamt 104 Nürnberger Heime unterliegen der staatlichen Aufsicht, davon wurden rund 100 aufgesucht.

 


02.06.2017

 

Erste Senioren-WG im Bodenseekreis

Aus der "Seniorenresidenz am Schlosssee" wird die "Senioren-Wohngemeinschaft am Schlosssee" und damit die erste Senioren-WG im Landkreis. Katalysator der Entwicklung des ehemaligen Pflegeheims sind die im Bundesland ab 2019 geltenden Betriebsvorschriften für Pflegeeinrichtungen.

Eine Anpassung der voll belegten 10-Betteinrichtung konnte sich der Inhaber nicht leisten. Die deshalb bereits angekündigte Heimschließung stieß auf breiten Widerstand der Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und des Personals: zu sehr war ihnen die engagierte Pflege und familiäre Atmosphäre des Hauses ans Herz gewachsen. Fehlende Alternativ-Pflegeplätze im Kreis gaben den letzten Schubs, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen.

Nach einem Jahr ist es vollbracht: das Haus bleibt bestehen und wird künftig ambulant betreut. Die pflegerische Versorgung übernimmt das örtliche DRK, das auch alle Pflegekräfte übernahm. Am 31.Mai erfolgte die offizielle Übergabe des Hauses an die sich jetzt selbst verwaltende Gemeinschaft.

ID 9095


26.05.2017

 

Ebersberg  will neue Tagespflegeeinrichtung

Auf Beschluss des Sozialausschusses soll der Ebersberger Stadtrat  (Kreis Ebersberg, BY) die Möglichkeiten der Errichtung einer Tagespfllegestation prüfen. Bisher gibt es ein entsprechendes Angebot nur in Grafing. Die Verwaltung wurde beauftragt, zunächst Anregungen des Seniorenbeirates einzuholen, danach soll Kontakt zu freigemeinnützigen Trägern aufgenommen werden.

 


12.05.2017

 

Chemnitz: Viele Heimneubauten - wenig Fachpersonal

3 Heimneubauten mit über 300 Pflegeplätzen entstehen derzeit in Sachsens drittgrößter Stadt (rd.250.000 EW). Sie wollen allesamt noch dieses Jahr eröffnen. Die Bauarbeiten laufen weitgehend planmäßig, was man von der Rekrutierung des Fachpersonals angesichts eines leergefegten Arbeitsmarktes nicht behaupten kann. Der Betreiber des Neubaus in der Augustusburger Straße konnte immerhin die Hälfte des benötigten Personals verpflichten, zumindest „die Eröffnung (ist) damit sichergestellt“.

Große Betreiberorganisationen nehmen  die Ausbildung zunehmend selbst in die Hand. Kleineren bleibt nur die Personalakquise direkt von der Pflegeschule oder die Abwerbung bei Wettbewerbern. Die wird häufig garniert mit Prämien, darunter satte Barzahlungen bis hin zu Dienstwagen auch für die private Nutzung. Beides bietet keine nachhaltige Lösung, diesbezügliche Ansätze tun sich schwer (siehe auch Rubrik "Sonstiges").

 


05.05.2017

 

Aurelius Hof steht vor Verkauf

Die Betreiber-GmbH des unter kommunaler Kontrolle stehenden Pflegeheims im hessischen Kreis Offenbach soll verkauft werden. Mit "einem ernsthaften Interessenten" sei man im Gespräch, so die Rathauschefin. Details werden nicht genannt, der Weiterbetrieb als Pflegeheim sei sichergestellt.

78 Dauerpflegeplätze bietet die Einrichtung, nach marktd!alog-Informationen mindestens seit 2015 voll belegt. Die Einrichtung erwirtschaftet auch Gewinn, um rund € 1,5 mio. konnte der Schuldenberg in den letzten beiden Jahren abgebaut werden. Doch die verblieben 7,5 mio. Verbindlichkeiten, entstanden aus einer verunglückten Finanzierung des in 2004 fertiggestellten Baus, belasten die Kommune, die gegenüber der Betreibergesellschaft bürgt.

ID 1737

 


28.04.2017

 

Balingen benötigt mehr Pflegeplätze

Das gut 30.000 Einwohner zählende Städtchen im Zollernalbkreis (BW) sieht einen Mangel an Pflegeplätzen kommen. Daher beauftragte es den Tübinger Bevölkerungsprognostiker Häusser mit einer genaueren Untersuchung, dessen Ergebnisse jetzt im Stadtrat besprochen wurden. Häusser geht von einem Bedarf von 409 Pflegeplätzen im Jahr 2020, in 2030 von 472 Plätzen aus. Dem stehen derzeit  407 Plätze gegenüber. Im Ergebnis will die Kommune Leitlinien für die Grundstücksvergabe erarbeiten.

Nach marktd!alog-Erkenntnissen beträgt die stadtweite Auslastung der vorhandenen Pflegeplätze 68 %, da für die letztes Jahr neue eröffnete Casa Reha-Einrichtung (100 Betten) noch keine Belegungszahlen vorliegen. Ohne diese Neueröffnung läge der Auslastungsgrad bei gut 90 %. Zudem stehen Investoren mit Bauvorhaben für rund 100 zusätzliche Pflegebetten in den Startlöchern. Dem stehen etwa 70 Pflegebetten in Doppelzimmern gegenüber, die ab 2019 nicht mehr zugelassen sind.

ID 7437, 8388

 

Ingolstadt: Kommune sucht Auswege aus dem

Mangel an Pflegefachkräften. Anlaß war die Meldung, daß derzeit in der Stadt 60 Pflegeplätze wegen fehlendem Pflegepersonal nicht belegt werden können. Ähnlich München bieten niedrige Löhne einerseits und hohe Mieten andereseits keine Anreize, sich in Ingolstadt um eine entsprechende Ausbildung oder Arbeitsstelle zu bemühen.

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich jetzt der Stadtrat mit dem Problem. Zwei Lösungsansätze wurden diskutiert: der Bau eines Wohnheims, um Auszubildenden bezahlbare Wohnmöglichkeiten zu eröffnen und  die Einschaltung einer Personalvermittlung. Ein allseits überzeugender Lösungsansatz wurde in besagter Stadtratssitzung nicht gefunden.


21.04.2017

 

Stuttgart will Erbbauzins erhöhen

Bis zu 40 soziale Einrichtungen -darunter viele Pflegeheime meist freigemeinnütziger Träger - stehen auf Grundstücken der Stadt Stuttgart. Dafür zahlen die jeweiligen Betreiber den jährlichen Erbbauzins. Dieser bemißt sich nach der Nutzungsart und dem Verkehrswert des Grundstücks. So ist etwa für die Nutzungsart "Betreutes Wohnen" ein Zinssatz von 7% des Verkehrswertes, für die Nutzungsart "Pflegeheim" von 0,75% zu zahlen. Das Gros der bestehenden Erbbaurechtsverträge stammt aus den 1960er Jahren.

Die durch die künftig geltende Landesheimbauverordnung ausgelöste Anpassungswelle (etwa die Umwandlung stationärer zu ambulant betreuter Pflege) bestehender Bauten und der veraltete Verkehrswert veranlassen die Stadt, den Erbbauzins anzuheben. Derzeit arbeitet die städtische Fachabteilung an einer Grundsatzvorlage, die Grundlage für Verhandlungen mit den Erbbauberechtigten sein soll. Diese soll möglichst noch vor der Sommerpause im Gemeinderat beschlossen werden.

Für die jeweiligen - insbesondere den alteingesessenen - Träger stehen Kostenexplosionen im Raum. Daher will die Stadt Neuverträge mit "Fingerspitzengefühl" aushandeln, so Finanzbürgermeister Michael Föll.

 

Stuttgart: Rund 2500 Dauerpflegeplätze fehlen bis 2025

Einen Bedarf von 7.321 stationären Pflegeplätzen weist die Fortschreibung 2025 des Kreispflegeplans (Stand August 2016) aus, wie der Vertreter des federführenden Sozialamtes, Alexander Gunsilius,  jetzt dem Beirat des Ortsbezirks Mühlhausen erläuterte. Dem stünden 5.555 existierende und geplante Pflegebetten gegenüber.

Inzwischen ist der Pflegeplatzbestand gesunken, weil aufgrund der ab 2019 geltenden Einzelzimmerquote  Pflegeplätze abgebaut werden. Weitere 241 Pflegeplätze sollen nach vorliegenden Ankündigungen von Heimbetreibern demnächst wegfallen.

Nach marktd!alog-Berechnungen existieren derzeit noch 5.519 Pflegeplätze in der Landeshauptstadt, die zu etwa 93 % ausgelastet sind, was ca. 450 freien Pflegeplätzen entspricht. Dem stehen mindestens 560 Pflegeplätzen gegenüber, die noch in Doppelzimmern vorgehalten werden.

Die Aussichten, den sich abzeichnenden Pflegeplatzmangel durch Heimneubauten oder ambulante Betreuungsformen abzumildern, stehen schlecht: es mangelt schlicht an Grundstücken.

 

Rendsburg: Streit um Zukunft des Pflegeheims

Seit Jahren muß Steuergeld für den Betrieb des kommunalen Pflegeheims zugeschossen werden, von rund € 700.000 ist die Rede. Grund genug für eine Suche nach Lösungen: eine Möglichkeit wäre die Umwandlung in eine rechtlich eigenständige Betreibergesellschaft unter Hinzunahme von Minderheitspartnern.

Die Betriebsleitung des Eigenbetriebs hingegen möchte das Haus modernisieren, macht einen Sanierungsstau als Ursache des Belegungs- und finanziellen Defizits aus: 8 Zimmer stehen wegen fehlender Barrierefreiheit leer. ID 5947

 

Seniorenresidenz Schloß Gleusdorf: Geschäftsführerin wieder auf freiem Fuß

Nach der Freilassung des Pflegedienstleiters im Januar wurde jetzt auch die Geschäftsführerin/Leiterin des Seniorenheims aus der Haft entlassen. Nach Mitteilung des OLG Bamberg ergab ein jetzt fertiggestelltes Gutachten der Rechtsmedizin Würzburg auf Grundlage einer Obduktion keine Hinweise auf möglichen Totschlag durch Unterlassen.

Wie mehrfach berichtet, führten mehrere ungeklärte Todesfälle in dem Seniorenheim zu den Festnahmen. Trotz der Haftentlassung besteht weiterhin dringender Tatverdacht gegen die Geschäftsführerin, der wegen drei Fällen von gefährlicher und 20 Fällen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Mißhandlung von Schutzbefohlenen zur Last gelegt wird. Der Haftbefehl wurde daher nur unter Auflagen außer Vollzug gesetzt, die Ermittlungen dauern an. ID 8643


Ambulanter Pflegedienst wird aufgelöst

Rund 50 Pflegebedürftige betreuten die 6 angestellten Pflegefachkräfte des „DRK Pflegedienste Schwarzwald-Baar gGmbH“ zuletzt. Der seit Jahren anhaltende Personalengpass konnte aufgrund des Fachkraftmangels nur durch teure Leiharbeitskräfte ausgeglichen werden, auf Dauer ein Verlustgeschäft. Daher beschloß die Delegiertenversammlung die Auflösung der Gesellschaft zum 31.April 2017.

 


11.04.2017

 

Casa Reha-Pflegeheim zensiert unliebsamen Presseartikel

Der Hamburger "Emilienhof" ist wegen Pflegemängel im Visier der Heimaufsicht-im Mai 2016 wurde ein Aufnahmestopp verhängt. Die weitere Entwicklung wurde in einem Bericht des Hamburger Abendblatts vom 8.April thematisiert, doch den bekamen die Heimbewohner in den ausliegenden Ausgaben nicht zu lesen, die entsprechende Seite 14 wurde nach Angaben der Zeitung herausgetrennt.

ID 346

 


10.04.2017

 

Rendsburg: Streit um Zukunft des Pflegeheims

Seit Jahren muß Steuergeld für den Betrieb des kommunalen Pflegeheims zugeschossen werden, von rund € 700.000 ist die Rede. Hoch genug für eine Suche nach Lösungen, eine Möglichkeit wäre die Umwandlung in eine rechtlich eigenständige Betreibergesellschaft unter Hinzunahme von Minderheitspartnern. Die Betriebsleitung hingegen möchte das Haus modernisieren, macht einen Sanierungsstau als Ursache des Defizits aus: 8 Zimmer stehen wegen fehlender Barrierefreiheit leer.

Nach marktd!alog-Informationen wurde die im Jahr 1907 errichtete Immobilie 2005 letztmalig modernisiert und ist heute zu rund 89% belegt.

ID 5947

 


03.04.2017

 

Seniorenresidenz Schloß Gleusdorf: Geschäftsführerin wieder auf freiem Fuß

Nach der Freilassung des Pflegedienstleiters im Januar wurde letzte Woche auch die Geschäftsführerin/Leiterin des Seniorenheims aus der Haft entlassen. Nach Mitteilung des OLG Bamberg ergab ein jetzt fertiggestelltes Gutachten der Rechtsmedizin Würzburg auf Grundlage einer Obduktion keine Hinweise auf möglichen Totschlag durch Unterlassen.

Wie mehrfach berichtet (siehe ältere Meldungen in dieser Rubrik), führten mehrere ungeklärte Todesfälle in dem Seniorenheim zu den Festnahmen.

Es besteht jedoch weiterhin dringender Tatverdacht gegen die Geschäftsführerin wegen drei Fällen von gefährlicher und 20 Fällen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Mißhandlung von Schutzbefohlenen. Der Haftbefehl wurde daher nur unter Auflagen außer Vollzug gesetzt, die Ermittlungen dauern an.

ID 8643


31.03.2017

Creglingen: Betreiberwechsel Emma-Weizsäcker-Haus angekündigt

Das vom Diakoniewerk Schwäbisch-Hall betriebene Pflegeheim wird ab 1.Juli 2018 vom Saarländischen Schwesternverband betrieben. Es bietet Platz für 38 pflegebedürftige Senioren. Die Immobilie gehört dem Landkreis. Für die Betroffenen ändere sich durch den Betreiberwechsel nichts, so der künftige Betreiber.

ID 7190

 

Haus am Valentinspark erlegt sich Aufnahmestopp auf

Ausgelöst durch die Pflegenote 3,6 nach einem kürzlich erfolgten Routinebesuch der Heimaufsicht zieht die Leitung des Betreibers Paritätischer Wohlfahrtsverband jetzt die Reißleine und erlegt sich selbst einen Aufnahmestopp auf. Hintergrund ist der eklatante Fachkraftmangel gerade im Großraum München. Derzeit ist die 180-Betteneinrichtung mit 157 Pflegebedürftigen belegt.

Da auch die Verpflegung Anlaß zur Klage bot, wurde der Versorgungsvertrag mit dem Caterer inzwischen gekündigt. Künftig soll wieder selbst gekocht werden. Außerdem wurde vom Betreiber beim MDK eine Nachprüfung beantragt. Bis Ende Mai soll alles besser werden.

ID 1523


24.03.2017

 

Heimaufsicht Wolfsburg: Deutliche Zunahmen von Beschwerden

Die Heimaufsicht der kreisfreien Stadt Wolfsburg (NI) vermeldet 2016 eine deutliche Zunahme von Beschwerdefällen. Diese sind von 29 im Jahr 2015 auf 39 in 2016 angestiegen. Darunter auch das auf einer Kliniketage 2015 neu eröffnete Pflegeheim „Am Klieversberg“, dessen Pflegenote nach einem durch Angehörigenbeschwerde ausgelöste Kontrollbesuchs abrutschte.

Neueröffnungen erklären den Beschwerdezuwachs alleine jedoch nicht, denn die gab es kaum.

ID 7347

 

Heimaufsicht Kassel: Haus Ederaue auf "einem guten Weg"

Bis neue Pflegeheime belegt und sich Arbeitsabläufe eingespielt haben, dauert es. Das weiß auch die Aufsichtsbehörde und läßt sich mit einem ersten Kontrollbesuch Zeit. Anders im Edertaler Haus Ederaue (Kreis Waldeck-Frankenberg), im Februar 2016 eröffnet: trotz der erst geringen Belegung gingen Angehörigenbeschwerden ein. Von durchnässten Betten, verdreckter Kleidung und einem mit Kot verunreinigten Rollstuhl war die Rede.

Im Einzelnen bestätigt die Heimaufsicht die Beschwerden nicht, doch werde das Haus seit Juni 2016 engmaschig überwacht und sei "auf einem guten Weg".

ID 2405


16.03.2017

 

Saarländische Heimaufsicht erhält weitere Kompetenzen

Am 15.März beschloß der Landtag Änderungen im Landesheimgesetz, die u.a. den Geltungsbereich ausdehnen. So fallen künftig ambulante Pflegedienste unter staatliche Aufsicht. Der staatliche Schutz wird ferner auf alternative Betreuungs- und Lebenssituationen in der Pflege ausgedehnt.

Neu ist eine „erweiterte Experimentierklausel“, mit der Träger Genehmigungen für „von den verfassten Verordnungen abweichende modellhafte Betreuungs- und Wohnsettings“ einrichten können, heißt es in der Pressemitteilung  des Sozialministeriums.

Mitarbeiter in der Pflege müssen künftig in „vorgegebenen Zeiträumen“ ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

 


10.03.2017

 

Aufnahmestopp für AZURIT Seniorenzentrum Sörgenloch

Die bereits seit Monaten erhobenen Vorwürfe gegen das Seniorenzentrum im Kreis Mainz-Bingen wegen Pflegemängel haben jetzt zu einem von der Heimaufsicht verfügten Belegungsstopp - zunächst befristet bis Juni - geführt. Das 2014 neu eröffnete Haus mit 141 Betten war zuletzt zu rund 62% belegt.

ID 2039


02.03.2017

 

Aufnahmestopp für Wolfsburger Pflegeheim

Für das von der Perfekta-Gruppe betriebenen Pflegeheims "Mein Zuhause Heiligendorf" im niedersächsischen Wolfsburg hat die Heimaufsicht einen Aufnahmestopp verhängt. Grund ist der Mangel an Fachpflegekräften. Probleme scheint es aber auch außerhalb der Pflege zu geben: Angehörige von Heimbewohnern schildern Mängel in der Wäscheversorgung oder der Essensausgabe. Beim regelmäßigen Stehen in der Warteschlange soll eine Heimbewohnerin gestürzt und sich den Oberarm gebrochen haben. Der Geschäftsführer des Heimbetreibers kritisiert die gesetzlich geregelte "sehr starre" Fachkraftquote.

Das Haus verfügt über 103 Pflegeplätze, von denen nach marktd!alog-Informationen zuletzt 83 belegt waren.

ID 8855

 

Immobilienverkauf „Haus Sonnengarten“ wird nicht rückabgewickelt

Der umstrittene Verkauf des Schwäbisch-Haller Pflegeheims (siehe unsere Meldung vom 10.02.2017) kann nicht rückabgewickelt werden. Entgegen erster Verlautbarungen lehnt die Käuferin und noch-Ehefrau des Bürgermeisters diese ab. Zwar ist der Ratsbeschluß durch den befangenen Bürgermeister nichtig, auf den rechtlich bindenden Kaufvertrag hat dies indes keine Auswirkungen. Durch Änderung der Geschäftsordnung will der Stadtrat Ähnliches für die Zukunft verhindern.

ID 8741

 


28.02.2017

 

Fachkraftmangel: alarmierende Zahlen aus Bayern

Anläßlich des KWA-Symposiums in München stellte Prof. Isfort vom Deutschen Institut für Pflegeforschung eine Regionalanalyse des Arbeitsmarktes für Pflegefachkräfte vor. Demnach waren in Bayern im Oktober 2016 insgesamt 199 arbeitslose Altenpflegefachkräfte gemeldet, denen etwa 13.000 offenen Stellen gegenüberstanden. Im besonders problematischen Raum München sei der Ersatzbedarf drei Mal so groß wie die Zahl qualifizierter Berufseinsteiger, gleichzeitig steigt die Zahl der 80+jährigen im Landkreis von 2015 bis 2030 um 75%.

Der Professor empfahl den Betreibern übergreifende regionale Allianzen zur Gewinnung und Qualifikation von Pflegemitarbeitern zu schaffen, statt Abwerbeprämien und Kopfgelder auszusetzen.

 

 


 

23.02.2017

Abstimmung über neues Bremer Heimgesetz verschoben

Die für den 23.02.2017 anberaumte Abstimmung über die von der Gesundheitssenatorin vorgelegte Neufassung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, in einer Vorbesprechung der Fraktionen wurde Nachbesserungsbedarf festgestellt. Die SPD etwa fordert eine Erhöhung des Personalschlüssels bei Nachtdiensten, begrüßt den Entwurf jedoch grundsätzlich.

Mit dem Entwurf soll unter anderem eine bessere Kontrolle ambulanter Pflegedienstleister erreicht werden, Heime sollen zur Erarbeitung eines Gewaltschutzkonzeptes verpflichtet werden.

 


18.02.2017

 

Angehörigenbefragung: Hamburgs Pflegeheime schneiden gut ab

"Zwei Drittel der Angehörigen" vwürden das jeweilige Pflegeheim weiterempfehlen, 78 % halten den Umgang des Personals für "überwiegend wertschätzend". 73% schätzen die Kenntnise der Pflegenden zum Gesundheitszustand der ihnen anvertrauten Pflegebedürftigen als "gut" oder "sehr gut" ein.

So lautet ein erstes Fazit aus der von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz durchgeführte Angehörigenbefragung. Per Fragebogen sollten die Angehörigen der rund 16.000 Heimbewohner Auskunft geben, etwa 6200 taten es auch. Die Befragung ist Teil der von der Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks eingeführten Wohn- und Betreuungsdurchführungsverordnung.

Auch Schwachstellen wurden zutage gefördert. So sind nur 37,4% der Befragten der Meinung, daß ihre jeweiligen Angehörigen eine feste Bezugspflegekraft hätten. Jeder dritte Angehörige erklärte, daß die Heimbewohner "selten oder nie" Gelegenheit bekämen, an Veranstaltungen im Stadtteil teilzunehmen, obwohl sie dies gesundheitlich noch könnten.

Die Umfrageergebnisse sollen auch im Internet veröffentlicht werden.

 

Pro Seniore-Mitarbeiter demonstrieren für mehr Lohn

Etwa 30 Beschäftigte der beiden Cottbuser Pro Seniore-Residenzen zogen letzten Freitag nach Aufruf der Gewerkschaft ver.di mit Trillerpfeifen und Plakten durch die Innenstadt, um der Gewerkschaftsforderung nach mehr Gehalt Nachdruck zu verleihen. ver.di fordert für die etwa 100 Pro Seniore-Beschäftigten einen Tarifvertrag ähnlich dem des kürzlich für die Mitarbeiter des kommunalen Pflegeheims abgeschlossenen. Dort erhalten - ver.di zufolge - die Mitarbeiter je nach Beschäftigungszeit zwischen 8 und 38 % mehr Gehalt. Pro Seniore hingegen hat eine Erhöhung um 1,5% angeboten.

ID 4744, 4747


17.02.2017

 

Lage: Verunsicherte Heimbewohner, verärgerte Kommunalpolitiker

"Baubeginn in Kürze" - so steht es auf einem Bauschild für einen geplanten Pflegeheim-Ersatzbau im lippischen Städtchen Lage. Das Schild steht allerdings seit einem guten Jahr. Angehörige der zuletzt 64 Pflegebedürftigen drohen schon, die einen mit Zahlungskürzungen, andere gar mit dem Anwalt. Denn dem bestehenden Heim droht aufgrund neuer Bauvorschriften demnächst die Betriebsuntersagung. Die Begründung für den ausbleibenden Baustart des im sozialen Umfeld angesiedelten Betreibers werden von den Betroffenen als Ausreden empfunden.

Ursache könnten andere Bauvorhaben privater Investoren sein, die ihre Vorhaben deutlich schneller vorantreiben. Zwei Neubauten mit gesamt 160 Pflegeplätzen sollen entstehen und ab 2018 das bestehende Pflegeplatzangebot in dem 35.000 Seelen-Städtchen deutlich erhöhen.

ID 3831, 6942, 8664

 


13.02.2017

 

Heimaufsicht Kreis Segeberg: Beschwerden explodieren

Eine explosionsartige Vermehrung von Beschwerden über Pflegeeinrichtung in 2016 beklagt die Heimaufsicht des Landkreises bei der Vorstellung ihres Tätigkeitsberichtes. Die Anzahl der Beschwerden sei von 39 im Vorjahr auf 128 angestiegen. Beschwerdegründe seien Mängel in der Pflege, Hygiene und die Personalsituation. Letztere hält die Kreissprecherin für die wesentliche Ursache: den Mangel an Pflegefachkräften.

Über die Anzahl verhängter Anordnungen macht die Heimaufsicht keine Angaben. Geschlossen werden mußte keine Einrichtung,  mehrere hätten jedoch von sich aus aufgegeben. Derzeit seien im Kreisgebiet 80 stationäre Einrichtungen mit 4981 Betten in Betrieb.

 


 

10.02.2017

Immobilienverkauf „Haus Sonnengarten“ soll rückabgewickelt werden

Baden-Württemberg ist für seine geschmackvollen Speisen bekannt. Vorgänge mit „Geschmäckle“ hingegen können auch sonst eher bedächtige Schwaben in Wallung bringen.

Diese führten jetzt zu einem Beschluß der Ratsherren Schwäbisch-Halls, den kürzlich geschlossenen Kaufvertrag über die örtliche Pflegeheim-Immobilie rückgängig zu machen. Die Details des Vertrages wurden im Januar publik und versetzen seither Öffentlichkeit und Medien in Aufregung.  Verkauft wurde die  2012 für rund € 5 mio. errichtete Immobilie (56 Pflegeplätze) der städtischen Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft (GWG ), deren Aufsichtsratsvorsitzende der Oberbürgermeister ist, an seine noch-Ehefrau. Die gab in einem ordentlichen Bieterverfahren das höchste Gebot, wiederum € 5 mio., ab. Der Deal wurde seinerzeit von den Ratsherren - inklusive Oberbürgermeister - ebenso abgenickt wie von der Kommunalaufsicht. Nach Wochen der Entrüstung jetzt also Rolle rückwärts.

Für die Zukunft des Pflegeheims sind die Vorgänge indes eher Randnotizen. Gerade erst hat besagte GWG gemeinsam mit dem jetzigen Heimbetreiber einen Generalunternehmer mit der Planung eines Ersatzbaus beauftragt.

ID 8741

 


06.02.2017

Caritasverein in finanziellen Nöten

Mit Verzicht auf Sonderzahlungen und rund 5% Gehalt sollen die Mitarbeiter eines Pflegeheims im Kreis Regensburg die wirtschaftliche Zukunft des Hauses sichern helfen. Darum bat der  Stadtpfarrer und Vorsitzende des Trägervereins, denn sonst drohe im Laufe des Jahres die Insolvenz.  Das 1995 nach Umbau eines Kinderheims eröffnete Haus verfügt über  54 (voll belegte) Pflegebetten, davon gut 60% Einzelzimmer. Geleitet wird es seit rund 1 Jahr kommissarisch vom Leiter des benachbarten BRK-Pflegeheims aufgrund einer langwierigen Erkrankung des Caritas-Heimleiters.

ID 8792

 


03.02.2017

 

 

Landkreis Zwickau: Aufnahmestopp in Pflegeheimen

In dem sächsischen Landkreis können Pflegeheime vereinzelt keine Pflegebedürftigen mehr aufnehmen. Grund ist nicht etwa eine mangelnde Kapazität an Pflegeplätzen. Im Gegenteil stehen ganze Stationen leer. Ursächlich sind fehlende Pflegefachkräfte. Nach Angaben des Arbeitsamtes sind derzeit 85 Pflegestellen offen. Nach Aussage eines Heimbetreibers hat die Einführung von Pflegegraden am Jahresanfang aufgrund des höheren Personalschlüssels die Lage zusätzlich verschärft.

Gleichzeitig entstehen in der Region - inklusive der (kreisfreien) Stadt Chemnitz - mindestens 4 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 400 Pflegebetten. Bedarf besteht: laut einer Erhebung des Freistaates werden alleine in Chemnitz im Jahr 2020 mehr als 700 zusätzliche Plätze benötigt.


Heimbetreiber BeneVit zeigt Rote Karte

Und die gilt dem Bürgermeister von Burladingen, der mit seinen AfD-Sympathiebekundungen landesweit für Aufsehen sorgte. Ursprünglich wollte BeneVit - im Ort bereits durch ein Seniorenheim vertreten - 5 mio. Euro in das neue Gesundheitszentrum im Stadtkern investieren. Diese Pläne wurden jetzt auf Eis gelegt. Geplant waren Arztpraxen, Seniorenwohngemeinschaften und eine Tagespflegestation.

BeneVit-Geschäftsführer Pfister sieht das Ansehen seines Unternehmens in einem Ort gefährdet, dessen Bürgermeister rechtspopulistische Meinungsmache verbreite, da diese im klaren Gegensatz zu den Werten seines Unternehmens stünden. Dazu gehöre "Wertschätzung und Respekt gegenüber jedermann". Pfister verweist weiter darauf, daß in seinem Unternehmen Mitarbeiter aus 40 Nationen tätig sind.

ID 7269

 


02.02.2017

 

Caritasverein in finanziellen Nöten

Mit Verzicht auf Sonderzahlungen und rund 5% Gehalt sollen die Mitarbeiter eines Pflegeheims im Kreis Regensburg die wirtschaftliche Zukunft des Hauses sichern helfen. Darum bat der  Stadtpfarrer und Vorsitzende des Trägervereins, sonst drohe im Laufe des Jahres die Insolvenz.  Das 1995 nach Umbau eines Kinderheims eröffnete Haus verfügt über  54 (voll belegte) Pflegebetten, davon gut 60% Einzelzimmer. Geleitet wird es seit rund 1 Jahr kommissarisch vom Leiter des benachbarten BRK-Pflegeheims aufgrund einer langwierigen Erkrankung des Caritas-Heimleiters.

ID 8792

 


31.01.2017

 

Steigendes Vergiftungsrisiko in Altenheimen

Der schweizerische Notdienst "Tox Info Suisse" meldet eine Häufung von Vergiftungsfällen in Seniorenheimen aufgrund falscher Medikation. 2016 seien rund 500 derartige Meldungen aus entsprechenden Institutionen eingegangen, meist gehe es dabei um Verwechslungen oder falsche Dosierungen bei der Medikamentenabgabe. Eine Ursache scheint fehlendes oder überlastetes Fachpersonal zu sein. Häufig stellen Pflegende die Medikamente zusammen, etwa bei Pflegebedürftigen mit Mehrfacherkrankungen oder Demenz. Insbesondere bei Schichtwechsel steige das Risiko.


27.01.2017

 

Der Fall Gleusdorf und die Suche nach Antworten

Für bundesweite Schlagzeilen sorgten mehrere ungeklärte Todesfälle im unterfränkischen Pflegeheim Schloß Gleusdorf, die Verhaftungen, Durchsuchungen und Exhumierungen zur Folge hatten. Auf Initiative des "Fränkisches Tagblatt", dessen Veröffentlichungen im Juli 2016 die Zustände erst ans Licht brachten, fand am 26.Januar in Anwesenheit der bayerischen Gesundheitsministerin sowie Vertreter des MDK, der AOK, des BPA eine Podiumsdiskussion über die Lehren aus dem Fall statt.

Rund 100 Besucher waren anwesend, die in teilweise sehr emotionalen Wortbeiträgen u.a. die Frage aufwarfen, wie es zu diesen Zuständen trotz regelmäßiger MDK-Prüfungen kommen konnte. Eine unter den Besuchern anwesende ehemalige Pflegerin des Heims kritisierte den MDK, der seit über 15 Jahren Hinweise des Pflegepersonals auf Mißstände ignorierte. Der MDK sah sich außerstande, mit seinen Möglichkeiten angemessen auf das hier aufgetretene Ausmaß an krimineller Energie zu reagieren. Staatsministerin Melanie Hummel betrachtete den Personalschlüssel für Pflegekräfte in Bayern als "bundesweit am höchsten" und forderte eine "Kultur des Hinschauens".

ID 8643


24.01.2017

 

Kommunales Pflegeheim Stolberg wird 2017 mit 269.000 € subventioniert

Mit Einnahmen von € 3,3 mio. rechnet die städtische Betriebsführungs-GmbH des Pflegeheims im rheinländischen Stolberg - und Ausgaben von ca. € 3,55 mio. laut Wirtschaftsplan für 2017. Der Stadtrat billigte jetzt die Auszahlung von rund € 269.000, um die Liquidität der Betreibergesellschaft sicherzustellen.

Gut 60 Pflegeplätze (etwa ein Drittel Einzelzimmer) bietet das fast 40 Jahre alte Haus, zuletzt zu 72 % belegt, hinzu kommen 152 Seniorenwohnungen.

ID 8244

 


23.01.2017

 

Bayerische Gesundheitsministerin will "Betriebserlaubnispflicht" für Pflegeheime

Als Reaktion auf mehrere ungeklärte Todesfälle im unterfränkischen Pflegeheim "Schloß Gleusdorf" kündigt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml eine Gesetzesvorlage an, um eine schärfere Kontrolle der Pflegeheime in Bayern zu erreichen. Dazu will sie auch die Einführung "einer Betriebserlaubnispflicht...ähnlich der Erlaubnispflicht für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe nach § 45 SGB III", so die Ministerin in einem Interview mit dem bayerischen Rundfunk. Zudem will sie die Heimaufsicht künftig verpflichten, eine Anordnung zu erlassen, wenn wiederholt Mängel festgestellt werden. Bisher konnte die Aufsichtsbehörde selber entscheiden, ob sie nach einem festgestellten Mangel eine verbindliche Auflage erteilte oder eben nicht.

Wie im "T!cker" berichtet, starb im besagten Pflegeheim mindestens ein Heimbewohner, weil kein Arzt konsultiert wurde. Dieser Todesfall löste zusätzliche polizeiliche Untersuchungen aus, die weitere ungeklärte Todesursachen zutage förderten,  Heim- und  Pfledienstleitung kamen in Untersuchungshaft. Der Pflegedienstleiter ist inzwischen wieder auf freiem Fuß, nachdem laut Staatsanwaltschaft "kein dringender Tatverdacht" mehr bestünde.

ID 8643