06.03.2018

Trendreport: Bauprojekte

Monatsbericht Februar 2018

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Kostenlose Kurznachrichten über den Pflegemarkt.

T!ckermeldungen zum Thema:

Pflegeheim vor Ort

 


17.04.2018

Aufnahmestopp und Teiluntersagung für Haus Wandsbek,

in Hamburg, eher bekannt als Pro Vita Seniorenpflegeheim Emilienhof. Das Heim wurde erst letztes Jahr von der Pflegewerk Managementgesellschaft vom vorherigen Betreiber Casa Reha übernommen, weil eine Schließung durch die Heimaufsicht drohte.

Die Heimaufsicht bemängelt erneut das Unterschreiten der Fachkraftquote und Fehler bei der Medikamentenvergabe. Das Pflegewerk kontert, daß die Anerkennung von 5 dort tätigen rumänischen Pflegekräfte nur wegen schleppender Arbeit der zuständigen Behörden noch nicht erfolgt sei.

ID 346


24.03.2018

Groß-Umstadt: Pfleger verhaftet

Für die Seniorendienstleistungsgesellschaft Gersprenz läuft es derzeit gar nicht rund. Nach Bau-Pannen und Auflösungsabsichten der Muttergesellschaft (wir berichteten) erschüttert nun ein mysteriöser Todesfall im Groß-Umstädter Pflegeheim Haus Weinbergblick (Kreis Darmstadt-Dieburg, HE) die insgessamt rund 230 Bewohner des kommunalen Heimbetreibers, die von diesem auch unmittelbar informiert wurden.

Anlaß war der Tod eines 63 jährigen Heimbewohners, dessen Begleitumstände den Betreiber zur Einschaltung der Polizei veranlassten. Nach erfolgter Obduktion stand eine Medikamentenüberdosierung als Todesursache fest, dessen absichtliche Verabreichung der Pfleger auch einräumte. Das sei, so der Verbandsvorsitzende Emig, das "Schlimmste, was einem Pflegeheim passieren kann". Die Staatsanwaltschaft veranlaßte daher eine Überprüfung sämtlicher Todesfällt, die in den Pflegeeinrichtungen des Betreibers, in denen der Pfleger tätig war, zuletzt vorgekommen sind.

Über die Motive des 44jährigen ausgebildeten Krankenpflegers schweigt der sich aus. Es wird dauern, bis diese ermittelt werden können. Hinweise auf Bereicherungsabsichten liegen der Staatsanwaltschaft nicht vor. Es drängen sich Parallelen zum zurückliegenden Fall eines Delmenhorster Pflegers auf, der über Jahre hinweg den Tod von rund 100 Menschen aus Geltungsdrang verursachte.

ID 1106


22.03.2018

Hohenloekreis stellt Weichen für die Zukunft

Rund 9 Monate hat es gedauert, jetzt ist die künftige Ausgestaltung der Gesundheits- und Pflegeheimversorgung im Landkreis durch einen einstimmigen Kreistagsbeschluß vom vergangenen Mittwoch auf der Welt: Die Koblenzer BBT-Gruppe wird als Partner des Landkreises Hohenloe die infrastrukturelle Versorgung mit Krankenhaus- und Pflegebetten entscheidend prägen. Die BBT-Gruppe war in einem seit Juli 2017 laufenden Bieterverfahren schlußendlich als einziger Bieter übriggeblieben. Sie übernimmt 51%  an der Hohenloer Krankenhaus gGmbH und damit auch an deren Tochter Hohenloer Seniorenbetreuung gGmbH.

Das Bundeskartellamt muß der Übernahme noch zustimmen.

ID 1363778876, 1521725177Bet

 


20.03.2018

Postboten als Seniorenbetreuer

Nein, es handelt sich nicht um einen vorgezogenen Aprilscherz:

Unter dem Stichwort "Post persönlich 2.0" plant der gelbe Riese in Bremen ein Zusatzangebot, bei dem Postboten einmal täglich bei Senioren klingeln und fragen, ob alles in Ordnung sei. Der örtliche Post-Betriebsrat zeigt sich mit dem Zusatzangebot einverstanden, denn an "Haustüren klingeln, das könne man." Das Angebot, zu dem Mitte April Details vorgestellt werden sollen, wurde im Rahmen einer Senats-Vorlage bekannt. Mit einem Maßnahmebündel wollen die Stadtoberen den Senioren ermöglichen, möglichst lange selbständig in der eigenen Häuslichkeit und ohne Pflegebetreuung zu leben. Angedacht sind Ermäßigungen im ÖPNV, Bargeldlieferungen, E-Book-Reader mit einem Volumen von rd. € 450.000.-

Eine ähnliche Dienstleistung hatte die Post auch in anderen Städten getestet und fast überall wieder eingestellt. Für den Dienst wurden seinerzeit rund € 40.- pro Monat berechnet. Wie im Januar gemeldet wurde, ist aufgrund wachsender Arbeitsverdichtung die Zahl der Beschwerden über Zustellmängel im Post- und Paketbereich im vergangenen Jahr um rund 50% gestiegen.

 

Norddeutschland: Heimaufsicht führt immer weniger Regelprüfungen durch

Nach Recherchen von Panorama 3 werden die vorgeschriebenen Prüfquoten in den norddeutschen Bundesländern immer mehr unterschritten. So seien in Bremen von 191 Pflegeeinrichtungen in 2016 nur 58 Regelprüfungen erfolgt, in 2017 nur noch 46. In Hamburg soll die Prüfquote 2016 bei nur 8 % gelegen haben, im Bezirk Hamburg-Mitte wurde 2017 kein einziges der 45 Heime mit einer Regelprüfung kontrolliert. In Kiel wurde 2017 nur eine Prüfquote von 55% erreicht, im Landkreis Segeberg wurden 2017 statt 79 vorgeschriebenen nur 38 Regelprufungen vorgenommen, im Kreis Stormarn wurden immerhin 55 von eigentlich erforderlichen 68 Regelprüfungen durchgeführt.

Die Gründe sind gleich: der Anteil der sogenannten anlaßbezogenen Prüfungen ist so stark gestiegen, daß das vorhandene Personal nicht mehr für die Durchführung der Regelprüfungen ausreichte. Unter anlaßbezogenen Prüfungen verbergen sich in der Regel Beschwerden, denen die Aufsichtsbehörden zeitnah nachgehen müßen. Andreas Rehberg von der Heimaufsicht Stormarn: "Dere Pflegenotstand kommt bei uns an" man habe "eine große Zahl von Beschwerden." In Bremen waren über 80 % der Prüfungen anlaßbezogen. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sei die Prüfquote dem Fernsehbericht zufolge erfüllt worden.

 

Josefistift übernimmt Pflegeheim Lenggries nicht

Einstimmig hat der Stadtrat Bad Tölz in seiner Eigenschaft als Verwalter der Josefi-Spitalstiftung die Übernahme der Pflegeeinrichtung in Lenggries abgelehnt. Bürgermeister Janker, der dem Vorhaben zunächst positiv gegenüberstand, meinte, die "Chancen sind gering, die Risiken zu groß". Vermeintliche Synergieeffekte und Einsparpotenziale seien eher "gefühlter und theoretischer Natur". So könne die Verwaltung des eigenen Pflegeheims nicht mehr "nebenbei" durch die Stadtkämmerei erfolgen und müßte ausgelagert werden, zudem seien Interessenkonflikte beider Gemeinden vorprogrammiert.

Wie berichtet, plant der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, der über die Kreisklinik Betreiber des Pflegeheims Lenggries ist, dessen Privatisierung. Dagegen wehrt sich die Gemeinde Lenggries, die das Pflegeheim in kommunaler Hand behalten möchte.

ID 5396, 7976


12.03.2018

 

Aufnahmestopp für Bremer Alloheim

Nach Hessen und Baden-Württemberg wurde jetzt einer Bremer Einrichtung des Betreibers Alloheim von der Heimaufsicht ein Aufnahmestopp auferlegt. Ohnehin war das Pflegeheim in der Marcusallee - vormals die Senator-Einrichtung "Pflegezentrum am Rhododendron-Park" - mit eigentlich 126 Plätzen zuletzt nur mit 86 Personen belegt.

Der MDK stellte Fehler in der Medikamentenvergabe, mangelnde Hilfe bei der Nahrungsaufnahme, Hygienemängel und mangelhafte Dekubitus-Prophylaxe fest. Personalengpäße habe es nicht gegeben. Darauf verweist auch der Betreiber: "Die Seniorenresidenz Marcusallee erfüllt alle Vorgaben in Bezug auf Pfegeschlüssel, Fachkräfte sowie die Besetzung von Nachtschichten". Die örtliche Presse zitiert eine Angehörige mit den Worten "nicht mal satt und sauber".

Aktuell unterliegt ein weiteres Pflegeheim in Bremen sowie eines in Bremerhaven einem Aufnahmestopp.

ID 2923

 


 

08.03.2018

Aufnahmestopp für Frankenthaler Pflegeheim

Das rheinland-pfälzische Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung hat für ein Frankenthaler Seniorenheim einen Aufnahmestopp verfügt. Es gäbe seit 2014 Beschwerden über die Qualität der Pflege, Fehler in der Medikamentenvergabe seien aufgetreten, die Fachkräftquote nicht eingehalten worden. Zudem läge eine Strafanzeige von Angehörigen vor. Der Belegungsstopp gilt vorerst bis einschließlich Juni 2018.

ID 3750


02.03.2018

 

Bevern: neuer Anlauf für Austritt

aus dem Zweckverband für das Pflegeheim Barmstedt/Rantzau. Hintergrund sind die laufenden Kosten des Pflegeheims, die auf die 8 Trägerkommunen umgelegt werden. Ein Austritt aus dem Verband gilt als schwierig und erfordert eine Zweidrittelmehrheit in der Verbandsversammlung. Eine ähnliche Initiative Beverns war bereits in der Vergangenheit an der Ablehnung der übrigen Verbandsmitglieder gescheitert.

Auslöser für den neuerlichen Bevener Vorstoß ist das Auslaufen des Haustarifvertrages der Heimmitarbeiter im Sommer 2018. Im alten Vertrag verzichteten die Mitarbeiter wegen der damals schwierigeren wirtschaftlichen Lage auf einen Teil ihres Einkommens. Erschwerend kommt jetzt eine Unterbelegung aufgrund eines Wasserschadens in der Einrichtung hinzu. Bevern fürchtet eine Zunahme der Verluste. Zudem sei Pflege kein von der Kommune zu übernehmender Teil der Daseinsvorsorge. Barmstedt ist das einzige in kommunaler Trägerschaft verbliebene Heim im Landkreis Pinneberg.

ID 1065

 

Unternehmensberater übernimmt Interims-Managment

einer Pflegeeinrichtung des Spitalfonds. Dazu gab der Gemeinderat, der das Spitalfondsvermögen beaufsichtigt, jetzt sein Plazet. Hintergrund ist ein am Jahresende 2017 überraschend zutage getretenes Defizits von rund 500.000 Euro in der Altenpflege, das ein erkleckliches Loch in das Fondsvermögen reißt. Zudem muß der krankheitsbedingte längere Ausfall der Heimleiterin, in Personalunion auch Spitalfondsleiterin, kompensiert werden.

Für zunächst 4 Monate und ein Salär von maximal € 40.000.- soll der Unternehmensberater jetzt einspringen und die Ursache des Defizits sowie Lösungen finden.

Mehr Details im PflegeheimReport Anfang April.

ID 6726

 


01.03.2018

 

Hessen: Allparteienkoalition für erleichterte Pflegeausbildung

In erster Lesung diskutierten gestern die Abgeordneten des Hessischen Landtages über einen leichteren Einstieg in die Pflegeausbildung. In einem Modellprojekt sollen Flüchtlinge parallel zur Pflegeausbildung einen Hauptschulabschluss erwerben können. Der ist Voraussetzung für die Berufsausbildung.

Die Ausgangslage: 7.000 Alten- und 4.000 Krankenpfleger sollen bis 2030 im Bundesland fehlen, hinzu kommen rund 10.000 Pfleger, die in Ruhestand gehen. Dem stehen mehr als 15.000 arbeitslos gemeldete Flüchtlinge, davon 60 % ohne Berufsausbildung und 21% ohne Hauptschulabschuß, gegenüber.

In seltener Einmütigkeit begrüßten alle Fraktionen den Vorstoß von Sozialminister Grüttner. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion merkte allerdings an: das "Problem ist größer als diese kleine Lösung".

Praktiker wie die AWO-Südhessen, Betreiber mehrer Heime und Altenpflegeschulen, befürworten das Vorhaben ebenfalls. AWO-Geschäftsführer Schmidt hat zudem positiv überrascht festgestellt, daß junge Flüchtlinge "kaum Berührungsängste" zur Pflege hätten.


27.02.2018

Tandem-Pflege ist gescheitert

Das Projekt sollte Strahlkraft entwickeln: die Tandem-Pflege im Kurzzeitpflegebereich des neuen Haus Waldeck im hessischen Bad Salzschlirf. Die Idee: den 20 Kurzzeitpflegegästen sollte auch für den Ehepartner parallel ein Urlaubsplatz angeboten werden, um sich im idyllisch gelegenen Örtchen erholen zu können. Die Bilanz nach einem Jahr ernüchtert den Hanauer Betreiber: eine Nachfrage entwickelte sich nicht. Jetzt wurde das Angebot eingestellt.

ID 6994

 


16.02.2018

Neuer Katharinenhof kann noch nicht eröffnen

Die für Februar geplante Neueröffnung der Deutsche Wohnen-Tochter im Kreis Mittelsachsen verschiebt sich, obwohl fast alles fertiggestellt wurde. Fast: es fehlt eigentlich nur eine Formalie, der Statikbericht für eine Fluchttreppe.

Hintergrund ist eine Insolvenzmeldung des Generalunternehmers. Der wartet selbst auf € 1,4 mio., die letzte Rate vom Immobilieneigentümer. Der hält diese zurück wegen vorgeblicher  "Verzögerungen und Mängeln", allerdings sein eine gleichlautende Bürgschaft übergeben worden. Das Liquiditätsproblem löst diese allerdings nicht.

Im Objekt wurden für knapp € 8 mio. 87 Pflegeplätze eingerichtet.

Update 29.03.2018: Die Betriebserlaubnis ist erteilt, der Betreiber hat die Hausschüssel erhalten. Am 16.April soll nun eröffnet werden, vorausgesetzt, es warten keine neuen unliebsamen Überraschungen im Gebäude. Etwa durch nicht erfolgte Anschlüsse bei Wasser- oder Elektroleitungen in einzelnen Räumen. Die Mehrkosten, die durch die verspätete Eröffnung entstanden sind, sieht der Betreiber im 6stelligen Bereich, es handele sich dabei hauptsächlich um Personalkosten für die bisher eingestellten 43 Mitarbeiter/-innen.

ID 8766


14.02.2018

Galgenfrist für Berliner Seniorenheim am

Hackeschen Markt. Betreiber Pro Seniore hat seine Verlängerungsoption gezogen und will bis mindestens 2023 bleiben. Der neue Gebäudeeigentümer, der die Immobilie 2014 erwarb, bestätigt, daß die Abbruchanzeige zum 1.April 2018 obsolet ist. In dem Pflegeheim und den angegliederten Seniorenwohnungen ist Platz für über 250 Menschen.

Der Neueigentümer plant den Abriß des erst 1998 eröffneten Pflegeheims und die Errichtung von Läden und Boutiquen an dessen Stelle. Der Hackesche Markt ist Hochpreisgebiet mit Gewerbemieten um 100.- Euro je Quadratmeter. Die hat der Neueigentümer wohl im Auge: laut Unternehmenswebsite ist die in Hamburg ansässige Immobilienfirma mit Querverbindung zum Verlagshaus Gruner & Jahr, spezialisiert auf Immobilien am "Ende ihres Lebenszyklus".

Ob das Seniorenheim tatsächlich bis 2023 bestehen bleibt, scheint dennoch ungewiß. Denkbar wäre, daß die Verlängerungsoption nur gezogen wurde, um einen möglichen Ablösepreis in die Höhe zu treiben. "Dezent" weist Pro Seniore auf eine vertraglich garantierte zweite Verlängerungsoption hin, die dann bis 2028 liefe. Und das bei einer Auslastung, die sich im Pflegebereich von mageren 35% in 2015 auf rund 25% in 2017 verringerte.

ID 4910

 

Wolfsburg: Heimaufsicht soll Verstärkung erhalten

Das Pflegeangebot wächst, die Rechtslage wird komplizierter, die Beschwerden nehmen zu. Um letzteren nachzugehen, ist meist eine Prüfung vor Ort erforderlich. Erfolgen Auflagen, wehren sich Heimbetreiber zunehmend mit rechtlichen Mitteln. Die Tätigkeit der Heimaufsicht wird zunehmend komplexer, die vorhandene personelle Kapazität reicht dazu nicht mehr aus. Nicht alle Routineprüfungen konnten in der Vergangenheit durchgeführt werden, die 2tägige Prüfdauer in Heimen mit mehr als 100 Bewohnern wurde häufiger auf einen Tag reduziert.

Das soll sich ändern, das Personal in der Wolfsburger Heimaufsicht soll aufgestockt werden mit dem Ziel, alle vorgesehenen Anlass- und Regelprüfungen auch realisieren zu können.

Details zum aktuellen und zukünftigen Wolfsburger Pflegemarkt in der T!ckerSelect-Ausgabe der 10. Kalenderwoche.


04.02.2018

 

Brandenburg: mit Steuermitteln und Investitionsförderungsprogramm gegen Anstieg der Pflegekosten

Seit 1.Feburar müssen Bewohner der AWO-Pflegeheime im Land Brandenburg mehr zahlen: um bis zu € 500.- /Monat  steigen die Kosten für die Heimbewohner bzw. die Sozialämter, wenn Heimbewohner die Steigerung nicht aus eigener Tasche zahlen können.

Ursache sind die zwischen der AWO und Gewerkschaft ver.di nach jahreslangen Verhandlungen vereinbarten höheren Tarifabschlüsse. Andere Heimbetreiber dürften folgen: ver.di nimmt einerseits Träger für Träger ins Visier, andererseits dürften die chronisch unterbezahlten Pflegekräfte zunehmend den Verlockungen eines Wechsels zu einem besser zahlenden Arbeitsgeber erliegen.

Im Potsdamer Landesparlament ist man sich jedenfalls einig: der Bund müsse die Pflegekosten aus Steuerrmitteln finanzieren. Linke und Grüne möchten aus der Teilkaskoversicherung Pflege eine Vollkaskoversicherung machen.

Die sozialpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Roswitha Schier, forderte ein Investitionsprogramm für Pflegeheime und erinnerte an den Zeitraum 1996-2004, bei dem es solch ein Programm bereits gab. Mit rund € 680 mio. wurden seinerzeit 180 Heime gefördert, deren Bewohner im Schnitt € 348 .-/Monat weniger zahlen mußten als in ungeförderten Pflegeheimen.

 


01.02.2018

 

Kreis Pinneberg entscheidet über Ombudsmann,

der Pflegebedürftigen bei Heimschließungen Pflegeplatzalternativen vermitteln soll. Dafür sollen Kosten von bis zu € 10.000.- jährlich eingeplant werden. Die Initiative für diesen Vorschlag kam vom Kreisseniorenbeirat, Auslöser war die Schließung des Regio-Pflegeheims in Kummerfeld.

Im Vorfeld wird betont, daß der Landkreis nicht zur Erbringung einer derartigen Leistung verpflichtet wäre. Gemäß Landesrecht sei der Träger einer schließenden Einrichtung auf Verlangen eines betroffenen Bewohners zu "angemessene(m) Leistungsersatz ...und ...Übernahme der Umzugskosten" verpflichtet.

Caritas-Altenheim in Neustadt bleibt voraussichtlich wochenlang geschlossen,

so der Stand nach ersten Einschätzungen von Sachverständigen. In der Nacht zum 1.Februar fing ein Stromverteiler im Keller des Caritas-Altenheim St.Martin in Neustadt/Waldnaab (BY) Feuer, in dessen Folge die gesamte Hauselektrik ausfiel und auch das Erdgeschoß komplett verrauchte. Die Brandschutzdecke des Kellergeschoßes verhinderte das Übergreifen der Flammen auf die oberhalb liegenden Geschosse. Es gab wenige und nur leichte Personenschäden. Rund 350 Helfer der Feuerwehr und des BRK waren im Einsatz.

Statistisch sind technische Defekte in etwa einem Drittel der Fälle ursächlich für Brände in Wohn-/Pflegeheimen (siehe Brandmeldestatistik aus 2016/2017).

Die 81 Heimbewohner werden aus den Notunterkünften in umliegende Pflegeheime verteilt, dafür werden vorübergehend Gemeinschaftseinrichtungen und die gesetzlich vorgeschriebenen Durchgangszimmer umfunktioniert.

ID 8814

 

Warnstreik in Maierhöfen

Etwa 50 Mitarbeiter der Frühschicht des Curata-Pflegeheims Hus Iberg in Maierhöfen (Kreis Lindau/Bodensee) traten am 1. Feburar in einen rund 4stündigen Warnstreik und folgten damit einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di. Die versucht seit über 1 Jahr mit der Betreibergesellschaft Curata einen neuen Haustarifvertrag abzuschließen - der derzeit geltende stammt aus dem Jahr 2002.

Pflegekräfte verdienen damit rund 800 € /Monat weniger als bspw. ihre Kollegen, die nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt werden.

ID 8423

Stadtrat Unterschleißheim will mehr Wohnungen für Pflegende

Fehlender bezahlbarer Wohnraum in München und Umland veranlassten jetzt den Stadtrat, bei künftigen Bauprojekten auf bezahlbaren Wohnraum für Pflegende zu achten. Der gilt als eine der Ursachen für den eklatanten Mangel an Pflegefachkräften in München und Umland.

Auslöser war der freiwillige Aufnahmestopp eines Hauses des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im März 2017. Der gilt unverändert, aktuell werden 24 Pflegeplätze wegen fünf fehlender Fachkräfte nicht belegt. Selbst eine ausgelobte Prämie von 3.000 € konnte diesen Zustand nicht ändern.

ID 1523


29.01.2018

 

Aufnahmestopps in sächsischen Pflegeheimen

Die Heimaufsicht (kommunaler Sozialverband) hat für 4 Pflegeheime Sachsens einen Aufnahmestopp verfügt. Anlaß ist die Unterschreitung der 50%igen Fachkraftquote. Die Zahl der Pflegeheime, die dagegen verstießen, habe sich - so der Sozialverband - in den letzten 5 Jahren verzwölffacht.

In Sachsen kommt neben dem bundesweit auftretendem Mangel an Fachpflegekräften verschärfend eine unterdurchschnittliche Entlohnung  hinzu, so daß frisch ausgebildete Fachkräfte häufig in andere Bundesländer abwandern.

 


26.01.2018

 

Dresden will Pflegeheimplanung,

zumindest, wenn es nach dem Willen der Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) geht. Ihre Sorge: überrollt zu werden. Es bedürfe  " eine(r) Planung, die sich am Bedarf orientiert", es wäre wichtig, "daß nicht an jeder freien Ecke ein Pflegeheim gebaut wird". Gleichzeitig stellt sie fest, dass die "derzeit 5800 Plätze komplett belegt sind" und es lange Wartelisten gäbe.Im Hintergrund stehen steigende Kosten für den Stadtsäckel: 2016 wurden 657 Personen unterstützt, die zuhause gepflegt werden, in Heimen waren es 845 Menschen.

Es soll daher genau analysiert werden, in welchem Stadtteil welcher Pflegebedarf bestehe und darauf basierend eine Detailplanung erfolgen. Der kommunale Heimbetreiber Cultus, größter Betreiber Dresdens, soll dabei eine Vorreiterrolle übernehmen. Cultus baut derzeit einen mobilen Pflegedienst auf und plant eine Demenz-WG.

 


17.01.2018

 

Teurer Heizungsausfall

Der Ausfall eines Heizungskessels sorgte für kühle Stunden in einem Pflegeheim im Ortenaukreis. Bis zur Installation eines neuen Kessels Ende März 2018 sorgt eine mobile Heizungsanlage für Wärme. Die Kosten werden insgesamt auf etwa € 140.000 veranschlagt.

Ab kommendem Jahr sind bereits Modernisierungsmaßnahmen in der 1987 eröffneten Einrichtung vorgesehen, rund € 6,5 mio. sollen bis zum Jahr 2022 investiert werden. Die Kosten der mobilen Heizanlage und der fällige neue Kessel kommen mit rund € 140.000.- "on top".

ID 7451

Einzelheiten im PflegeheimReport.

 

Warnstreik für Tarifvertrag Pflege

beim DRK-Kreisverrband in Forst (Kreis Spree-Neiße, BB). Rund 80 der 170 Mitarbeiter des Kreisverbandes zogen zum Auftakt eines 3stündigen Warnstreiks trommelnd und pfeifend durch die Forster Innenstadt. Stadtverordnete der SPD und Linke beteiligten sich. Damit wollte man vor der nächsten Verhandlungsrunde Ende Januar den Druck erhöhen. Zuvor hatten die Beschäftigten einen Notdienst auch für das Pflegeheim "Haus am Rosengarten" organisiert.

Bereits Anfang November 2017 fand ein Warnstreik statt, nachdem das DRK einen Tarifvertragsentwurf der Gewerkschaft ver.di abgelehnt hatte. Neben der stationären bietet der Verband ambulante Pflege, Demenz-Beratung und mehrere Anlagen des Betreuten Wohnens.

Für zusätzliche Verärgerung sorgte eine "Streikbrecherprämie" (so ver.di) von € 100.-, die das DRK für Mitarbeiter ausgelobt hatte, die sich nicht an dem Warnstreik beteiligten.

ID 4828


08.01.2018

 

Novelliertes Heimgesetz in Bremen in Kraft

Wegen der geltenden Befristung des bisher geltenden Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes (BremWoBeG) war eine Novellierung erforderlich, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist. So ändert sich ab April 2019 der Betreuungsschlüssel, Fachkräfte dürfen in der Nachtschicht dann nur noch 40 (bisher 50) Pflegebedürftige bereuen. Ferner haben Bewohner dann das Recht, von gleichgeschlechtlichem Personal gepflegt zu werden, zumindest, "sofern dies gewährleistet werden kann". Pflegeeinrichtungen müßen zudem Konzepte zum Schutz vor Gewalt erstellen, Hospizdienste erhalten Zugang zu den Heimen. Ambulante Pflegedienste unterliegen künftig der amtlichen Wohn- und Betreuungsaufsicht.

Pflegeverbänden gehen die künftig geltenden Regelungen nicht weit genug, sie fordern die Senkung des Personenschlüssels auf 30 Pflegebedürftige. Die Wortwahl "Beschäftigte" statt "Fachkraft im Gesetzeswortlaut weckt bei ihnen die Befürchtung, daß künftig auch geringer qualifiziertes Personal zum Einsatz kommen könnte. Denn der Pflegebedarf wächst, doch die Zahl der Fachpflegekräfte stagniert.

 

„Junge Pflege“ in Sachsen unterentwickelt

Die Zahl junger Pflegebedürftiger ist in Sachsen seit der Jahrtausendwende auf knapp 16.000 Personen, mithin fast 10% der insgesamt rund 166.ooo Pflegebedürftigen in dem Freistaat, gestiegen. Das geht aus dem BARMER-Pflegereport 2017 hervor. Mangels geeigneter altersangepasster Pflegeplätze kann eine Vielzahl der jungen Pflegebedürftigen nur in Senioren- oder Behindertenheime unterkommen, obwohl sie andere Krankheitsbilder und Bedarfe haben, der Anteil von Demenz- oder Schlaganfallpatienten ist beispielsweise deutlich geringer als unter den älteren Semestern.

So würden 35 % der 10-29jährigen gern in eine Wohngruppe ziehen, jeder zweite von ihnen mußte mangels verfügbarer Plätze diesen Wunsch jedoch begraben.


19.12.2017

 

Heimaufsicht Hessen: Die Kontrolldichte nimmt ab

Aufgeschreckt durch die Mißstände einer Alloheim-Pflegeeinrichtung im Kreisgebiet wollten es die Abgeordneten des hessischen Wetteraukreises genauer wissen und baten Vertreter der für ganz Hessen zuständigen Heimaufsicht beim Regierungspräsidium in Gießen zum Gespräch. Die bestätigten "ganz schön am Strampeln" zu sein, um ihren Kontrollaufgaben nachkommen zu können. So seien in 2016 von den 764 Einrichtungen 506 kontrolliert worden und damit weniger als im Jahr davor.Der Gesetzgeber verlange - so die Behörde - eine Kontrolle aber auch nur im 2jährigen Turnus.

Im betroffenen Wetteraukreis habe es 2017 bisher 30 Beschwerden gegeben. Weitere Einzelheiten nannte die Behörde aus Datenschutzgründen nicht. Sie gehe jedoch jedem Hinweis - auch anonymen - nach.

 


14.12.2017

 

Bad Segeberg kann Ex-Bürgermeister nicht belangen

Gegenstand der Entscheidung war ein fast 15 Jahre zurückliegender Erweiterungsbau des - damals kommunalen - örtlichen Pflegeheims, dessen Kosten von veranschlagten knapp 4 mio. Euro auf über das Doppelte hochgeschnellt waren. Detaillierte Zahlen legten die Ex-Bürgermeister (das Bauprojekt zog sich über mehrere Jahre und die Amtszeit von 2 Bürgermeistern) dem städtischen Parlament trotz Anforderung nie vor.

Eine Haftbarkeit der Beklagten  konnte das zuständige Verwaltungsgericht jedoch nicht erkennen und wies die Klage ab. Zuvor war bereits eine Klage der Stadt gegen den veranwortlichen Architekten gescheitert.

2013 verkauften die Stadt die Pflegeeinrichtung für 4,35 mio. Euro an eine bayerische  Immobiliengesellschaft. Der aufgelaufene Millionenverlust, zu dem sich noch Mindereinnahmen aus dem laufenden Heimbetrieb hinzusummieren, wird die Stadtkasse noch die nächsten 25 Jahre mit jährlich rund 220.000 Euro belasten.

Derzeit läßt der heutige Eigentümer, eine deutsche Fondsgesellschaft, die Einrichtung modernisieren und auf über 100 Pflegeplätze ausbauen.

ID 5546

 


 

09.12.2017

Hagen: Heimaufsicht verhängt Aufnahmestopp

In einem der größten Pflegeheime der Stadt Hagen (NW) verhängte die Behörde einen Aufnahmestopp. Grund seien Pflegemängel und Dokumentationsfehler. So sei bei einer Begehung ein neuer Dekubitusfall festgestellt worden. Der Träger macht die Pflegedienstleitung verwantwortlich, die allerdings mehrfach jüngst Überlastungsanzeigen eingereicht hat.

Ihr wurde gekündigt, der Fall ist beim Arbeitsgericht anhängig.

ID 1259


 

24.11.2017

Ein Pfleger für 60 Pflegebedürftige reicht nicht aus

So entschied das Verwaltungsgericht Cottbus in einem Eilverfahren gegen einen Heimbetreiber. Der hatte sich mit dem Eilantrag gegen eine Aufforderung der Heimaufsicht zur Wehr gesetzt, mit dem ihn die Aufsichtsbehörde zu einer Änderung dieser Praxis aufgefordert hatte.

Im vorliegenden Fall waren 50-60 Personen, darunter mindestens 20 Bewohner mit Pflegegrad 4 bzw.5, nachts von nur einer Pflegekraft betreut worden. Der Betreiber bestritt diese Praxis nicht. Nach Ansicht des Gerichts benötigen Bewohner mit Pflegegrad 4 oder 5 mindestens zweimal nachts der Pflege.

Die Entscheidung (Az.: VG 5 L 294/17) ist noch nicht rechtskräftig.

 

Keine Wohngemeinschaft aus Wachkomapatienten

Eine "Mehrheit schwerstpflegebedürftiger Personen, die sich überwiegend in einem Wachkoma befinden, kann keine selbstverantwortete Wohngemeinschaft sein". Das entschied aktuell das Verwaltungsgericht Düsseldorf (Az.: 26 K 6422/16).

Im vorliegenden Fall wehrte sich ein ambulanter Pflegedienst gegen die Zuständigkeit der Heimaufsicht mit der Begründung, als Wohngemeinschaft nicht der Kontrolle der Heimaufsicht zu unterliegen. Das Verwaltungsgericht ist jeodch der Ansicht der Heimaufsichtsbehörde gefolgt und führte aus, dass in solchen Fällen, in denen die Bewohner wegen ihres "Gesundheitszustandes auf eine Rund-um-die-Uhr Betreuung angewiesen seien und der Pflegedienst eine Vollversorgung gewährleiste, keine „WG“, sondern eine Heim-Einrichtung im Sinne des § 18 WTG" ist.

Gegen diese Entscheidung kann noch Berufung eingelegt werden.

 


17.11.2017

 

Bürgerversammlung wegen Mißständen im DRK-Seniorenzentrum Mühlheim

im hessischen Kreis Offenbach. Dazu eingeladen hatte der Bürgermeister. Die Anzahl der rund 400 Teilnehmer zeigt die Wellen der Empörung, die die Vorkomnisse (siehe unseren diesbezüglichen Meldung von letzter Woche) in dem Pflegeheim mit rund 100 Plätzen ausgelöst haben. Die Heimleiterin sagte ihre Teilnahme ab, nachdem sie Morddrohungen erhalten hatte. Dem anwesenden DRK-Geschäftsführer Somesan, der angab, zuvor habe es keinerlei Beschwerden gegeben, schleuderte ein Teilnehmer entgegen: "Wenn Sie nicht wissen, was in Ihren Heimen läuft, dann nehmen Sie ihren Hut". Somesan räumte ein, daß der Anteil examinierter Altenpfleger in dem Heim bei nur 32 % lag. Eine ehemalige Heimmitarbeiterin, die aufgrund der Zustände in Mühlheim in eine anderes Heim wechselte, berichtete, daß zeitweilig 3 Altenpfleger für die Körperpflege von über 30 Personen verantwortlich gewesen seien. Heimmitarbeiter hätten sogar Pflegeprodukte für Bewohner aus "eigener Tasche bezahlt".

Ein Heimbewohner bezeichnete die Bezahlung der Pflegekräfte als ein Armutszeugnis "für ein Konzern wie das Rote Kreuz". Wegen 50 oder 100 Euro seien gute Schwestern zur Konkurrenz gegangen. Eine Angehörige warnte davor, alle Pflegekräfte über einen Kamm zu scheren. Die Mehrheit sei engagiert bis über die Belastungsgrenze hinaus. Die jetzige "Sache hing an zwei bis drei Personen".

Auf Unverständnis stieß, daß sowohl die Heimaufsicht als auch die DRK-Geschäftsführung den zahlreichen Alarmzeichen, die es lange vor Ausstrahlung der Reportage gab, nicht nachgegangen sind. Nach der Ausstrahlung reagierte die Heimaufsicht innerhalb eines Tages mit unangekündigter Kontrolle und einem vorläufigen Aufnahmestopp.

Die Staatsanwaltschaft, die wegen des Verdachts der Mißhandlung Schutzbefohlener und Körperverletzung tätig wurde, hat ihre Ermittlungen zwischenzeitlich auf eine 4.Person ausgeweitet.

ID 2075

 

Vorwurf gravierender Pflegemängel gegen DPUW-Pflegeeinrichtung

Die Heimaufsicht stellte nach unangemeldeter Prüfung aufgrund einer anonymen Beschwerde Pflegemängel im Pflege- und Wohnzentrum Bergblick im bayerischen Kreis Traunstein fest. Genannt wurde u.a. fehlerhafte Medikamentengabe, kein ordentliches Waschen und Zähneputzen. Die Einrichtungsleitung widerspricht und verweist auf die 1er Note bei der routinemäßigen MDK-Prüfung.

Die Einrichtung mit 132 Dauerpflegeplätzen war zuletzt mit 32 Personen belegt. Sie wurde 2015 wiedereröffnet, nachdem das Haus wegen Pflegemängel auf Veranlassung des MDK 2011 geschlossen wurde, Betreiber war seinerzeit die H & R Betriebsgesellschaft. Auch die wehrte sich gegen die Schließungsverfügung, die jedoch vom Bayer.Verwaltungsgerichtshof bestätigt wurde.

ID 8254


10.11.2017

 

Mißhandlungen und Demütigungen im DRK-Seniorenzentrum

Mühlheim (Kreis Offenbach, HE). Das berichtet der TV-Sender RTL, der nach dem Hilferuf einer Pflegeheim-Angehörigen eine Reporterin im Wallraff-Stil als Praktikantin ins Seniorenheim geschmuggelt hatte und Vorfälle auch mit einer Kamera dokumentiert haben soll.

So seien bettlägerigen Patienten die Bettklingel weggenommen worden sein, damit sie "nicht nerven" können, ein hilfsbedürftiger Rollstuhlfahrer sei in die Ecke geschoben, die Bremse festgestellt und mit umgestellten Blumenkübeln "unsichtbar" gemacht worden. Die Offenbacher DRK-Geschäftsleitung zeigte sich erschüttert über die Vorfälle, 3 Pflegekräfte seien zwischenzeitlich "freigestellt" worden. Die im Landtag vertretenen hessischen Linken forderten eine Heimmindestpersonalverordnung.

Das DRK betreibt im Stadt- und Landkreis Offenbach 5 Pflegeheime mit rund 600 Pflegeplätzen und eine Seniorenwohnanlage.

ID 2075

 

Landkreis Traunstein steht zu seinen Seniorenheimen

der neue Geschäftsführer der Kreisaltenheime, Markus Mayr, versichert, auch künftig an einem eigenen stationären Angebot festhalten zu wollen. Er belegt dies u.a. mit dem Engagement des Kreises für den geplanten Ersatzbau der 1974 eröffneten Einrichtung in Palling. Mayr verweist auf die guten Pflegenoten aller 3 Einrichtungen, die auch künftig eine Alternative zu privaten Anbietern sein wollen.

ID 1494667558Bet

 


08.11.2017

 

Fast 2 Brände wöchentlich in deutschen Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Senioren

marktd!alog hat ein einjähriges "Experiment" abgeschlossen, in dem das technische Suchradar auf entsprechende Brandmeldungen von Einsatzkräften gerichtet hat. Gut 100 Brände (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) wurden erfasst, dass bedeutet: fast 2 Brände brechen wöchentlich irgendwo in einer deutschen Wohn-/Pflegeeinrichtung nfür Senioren aus. Die bittere Bilanz lautet: 4 Menschen verloren ihr Leben, rund 80 Krankenhauseinweisungen und Sachschäden im mittleren Millionenbereich waren die Folgen. In annähernd 90% der Fälle hat eine Brandmeldeanlage Schlimmeres verhindert.

Details

 


 

27.10.2017

NRW lockert Einzelzimmerquote

Ab August 2018 müssen in Seniorenheimen NRW`s 80 Prozent der Zimmer als Einzelzimmer angeboten werden. Ausnahmefälle sind jedoch möglich – für Einrichtungen der Kurzzeitpflege. Das regelt ein neuer Erlass des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Konkret bedeute dies, das Träger von bestehenden Einrichtungen "...nun auf Antrag dauerhaft von der Einzelzimmerquote befreit" werden, so das Ministerium in seiner Pressemitteilung. Zudem müssen Kurzzeitpflegeeinrichtungen nicht mehr die Regelung umsetzen, dass "nur noch direkt vom Zimmer aus zugängige Einzelbäder...erlaubt sind."

Einrichtungen der Dauerpflege können zudem Pflegeplätze in Doppelzimmern, die aufgrund der Einzelzimmerquote nicht mehr genutzt werden dürften, ebenfalls für die Kurzzeitpflege nutzen.

Die Ausnahmeregelung ist bis Mitte 2021 befristet.

Baden-Württemberg: 8 mio. für Tages- und Kurzzeitpflege

Über ein Sonderprogramm fördert die Landesregierung Einrichtungen der Tages-, Nach- und Kurzzeitpflege mit € 7,6 mio. Darüber informierte der Sozialminister Lucha. So soll dazu beigetragen werden, die "Lücke zwischen der ambulanten Pflege zu Hause und der stationären Versorgung im Heim" zu schließen, so das Ministerium in seiner Mitteilung. Beonders gefördert würden Modelle, die zusätzliche Kriterien, etwa bei der Nutzerfreundlichkeit oder Einbindung in eine Quartiersentwicklung böten.

Anlaß der Förderung sei eine aktuelle Auswertung, die in fast allen Stadt- und Landkreisen ein Defizit bei diesen Angeboten ergab. Die vollstationäre Versorgung betrachtet inzwischen das Ministerium als "ausreichend".

 

Ganz Gallien ? Nein ! Der Kampf eines Dorfes

für ein Pflegeheim. Gut 6500 Menschen leben in Großmehring (Kreis Eichstätt), viele sorgen sich um die Zukunft ihrer Senioren - und engagieren sich. Denn eine Pflegeeinrichtung gibt es in ihrer Heimatgemeinde nicht. Die nächste befindet sich im 7 km entfernten Nachbardorf, doch die ist voll. Immerhin gibt es eine Tagespflegeeinrichtung, doch der Träger Caritas will die jetzt schließen. Eine Petition von 1700 Bürgern wird daran vermutlich nichts ändern.

Jetzt präsentierte die Deggendorfer Firma Erlbau mit dem Segen der Gemeindeoberen Pläne für eine Seniorenwohnanlage. Doch "nur ein Notrufknopf"  reicht den kämpferischen Großmehringern  nicht. Sie wollen keine Wohnanlage, die in erster Linie dem wirtschaftlichen Interesse des Investors, aber nicht dem Wohl ihrer betagten Dorfbewohner dient.

Fast 500 Bürger unterschrieben jetzt eine weitere Unterschriftenliste, gegen die vorgelegten Pläne und für ein "richtiges" Pflegeheim. Wie etwa m 20 km entfernten Baar-Ebenhausen. Auch hier hat die Firma Erl eine Seniorenwohnanlage errichtet, aber verbunden mit einem Pflegeheim. Wenn da "was ist", müssten die Pfleger nur über die Strasse laufen, wenn auch ganz ohne Zaubertrank.

 

Alloheim: abstruse Vorwürfe

Die Regionalleitung der Alloheim-Gruppe für den hessischen Wetteraukreis weist die Kritik einer Pflegerin als "abstrus" zurück und stellt Verleumdungsabsichten von "ehemaligen oder in der Kündigung" befindlichen Mitarbeitern in den Raum.

Eine Pflegekraft hatt in der Presse von "unhaltbaren Zuständen" im Haus Taunusblick in Niddatal (HE) berichtet, das vor einigen Jahren vom Betreiter inter pares übernommen wurde. Unter anderem seien die Pflegekärfte wegen Personalknappheit ständig "am Limit", aus Kostengründen sei Essen "rationiert" worden, weil Waschlappen fehlten, müßten Pflegebedürftige mit Bettlaken gewaschen werden. Informationen an die Heimaufsicht würden immer nur "kurzfristige Besserungen" bringen.

In dem 2014 eröffneten Haus mit 96 Betten lebten zuletzt 87 Pflegebedürftige.

ID 2337


16.10.2017

 

Proteste gegen Hessens geplante Heim-Bauverordnung

Mit scharfer Kritik, flankiert durch reichlich mediales Begleitfeuer, reagierten der Hessische Städtetag, freigemeinnützige Träger und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) gegen Pläne des hessischen Sozialministeriums für eine Modernisierung der Pflegeheime im Bundesland. Knapp 100 Organisationen erhielten den ministerialen Entwurf zugeschickt, gut 20 haben sich bisher zu Wort gemeldet. Eine Ministeriumssprecherin beteuerte inzwischen, das Land habe kein Interesse daran, gut funktionierende Einrichtungen „in ihrem Bestand anzufassen“.

Den Plänen zufolge soll u.a. die Zimmergröße angehoben werden. Pflegeeinzelzimmer sollen künftig mindestens 14 qm umfassen (bisher 12 qm), Doppelzimmer 24 statt bisher 18 qm. Zudem soll künftig jeder Wohnbereich ein eigenes Bad mit Toilette erhalten. Bisher war es zugelassen, dass sich benachbarte Bewohner einen Sanitärbereich teilen.

In fast allen an Hessen angrenzenden Bundesländern gelten ähnliche Bedingungen bereits.

Viele Pflegeexperten kritisieren seit langem Hessens veraltete Bausubstanz. marktd!alog-Daten zufolge sind rund 60 % der etwa 770 hessischen Pflegeheime älter als 20 Jahre, über 10% sogar älter als 50 Jahre.

Der t!cker meint: Wer ein würdiges Leben für die über 60.000 hessischen Pflegebedürftigen will, der sollte ihnen auch einen entsprechenden Wohnraum als nur wenig über dem einer Gefängniszelle (9 qm) zubilligen.


06.10.2017

 

Gewerkschaft ver.di setzt in Brandenburg höhere Pflegelöhne durch

Beim regionalen Heimbetreiber Albert Schweitzer gGmbH, der im brandenburgischen Elbe-Elster Kreis 3 Dauerpflegeeinrichtungen betreibt, ist es schon geschafft: je nach Berufserfahrung erhalten Pflegekräfte zwischen € 1924 und € 2634 brutto im Monat, zzgl. Zulagen.

Mit diesem exemplarischen Beispiel setzt ver.di jetzt andere Heimbetreiber in der Region unter Druck, klopfte bereits beim ASB und der M.E.D. GmbH an, die insgesamt 3 Pflegeheime im Kreis Oberspreewald-Lausitz betreiben. In Calau (M.E.D. GmbH) demonstrierten Heimmitarbeiter bereits in ihrer Mittagspause für höhere Löhne. ASB-Geschäftsführer Kohl signalisierte  Gesprächsbereitschaft über den von ver.di zugeleiteten Tarifvertragsentwurf.

 


21.09.2017

 

NRW: Aus für "ambulant vor stationär" ?

Der Fachverband wig ("Wohnen in Gemeinschaft NRW"), Interessenvertretung für - nach eigenen Angaben - mehr als 600 ambulant betreute Wohngemeinschaften sieht die Vorrangstellung von "ambulant vor stationär" bedroht, befürchtet einen Angriff der neuen Landesregierung auf ambulante Wohnformen.

Auslöser ist ein Änderungsentwurf des Pflegesetzes mit der Formulierung "alle Wohn- und Pflegeangebote sind gleichberechtigt einzubeziehen". Der Verband sieht einen "Kernbereich bewährter Altenpflegepolitik in NRW" bedroht und kündigt eine Öffentlichkeitskampagne an.

Die startet denn auch gleich mit dem Aufruf an ambulante Betreiber, sich in dem Fachverband zu organisieren und für schlappe 300 € an dessen bevorstehender Jahrestagung teilzunehmen.


15.09.2017

 

Aufnahmestopp in mehreren Bremer Pflegeheimen

Für das Stadtgebiet hat Bremens Heimaufsicht gleich in mehreren Pflegeheimen einen Aufnahmestopp verfügt. Hintergrund sind fehlende Pflegefachkräfte, wodurch die Heime die gesetzlich vorgegebene Fachkraftquote nicht mehr einhalten können.

Die Bremer Selbsthilfeinitiative "Heimmitwirkung" sieht darin eine Abwärtsspirale, die das Problem eher verschärften: Dürfen Heimplätze nicht neu belegt werden, fehlten den Pflegeheimen Einnahmen. Investitionen in die Immobilien würden ebenso aufgeschoben wie die erforderliche bessere Entlohnung des Pflegepersonals.

Die Fachkraftquote gleich ganz abzuschaffen fordert der Bremer Landesvorsitzende des BPA (Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste). Die Selbsthilfeinitiative Heimmitwirkung sieht hinter dem Fachkraftmangel ohnehin bei einigen Pflegeanbietern handfeste Profitinteressen: es würden lieber billige ungelernte als teure Fachkräfte beschäftigt.

 

Darmstadt: Die Wartelisten werden länger

Von zunehmend längeren Wartelisten in Dauerpflegeeinrichtungen berichten einige Einrichtungsleiter in der hessischen Metropole Darmstadt,vor allem für Einzelzimmer. Sozialdezernentin Barbara Akdeniz empfiehlt das Ausweichen ins Umland, in den Nachbarkreisen Darmstadt-Dieburg, Odenwald und Bergstraße erhalte man häufig schneller einen Platz.

Nach marktd!alog-Recherchen ist die Anzahl der in Pflegeheimen Versorgten innerhalb eines Jahres von 1013 auf 1106 und damit um knapp 100 auf eine Belegungsquote von jetzt 98% gestiegen - trotz Erweiterungsbau. 2016 lag die stadtweite Belegung laut dem marktd!alog-Jahresbericht Hessen 2016 noch bei 91%. Die letzte vorliegende Kommunalplanung konstatierte noch "eine rückläufige Nachfrage" nach Heimplätzen.


09.09.2017

 

Landkreis Oldenburg: Aufnahmestopp in mehreren Pflegeheimen

Grund: fehlende Pflegefachkräfte. Dabei wurde der jüngste Aufnahmestopp "erst Ende letzten Monats aufgehoben", so Sozialdezernent Bodo Bode.

Rund 1700 Pflegeplätze gibt es in den 28 im Kreisgebiet ansässigen Alten- und Pflegeeinrichtungen. Doch sie können trotz steigender Nachfrage aufgrund nicht erfüllter Fachkraftquote (50%) nicht alle vergeben werden.

 

CASA REHA stößt den Emilienhof ab

Das skandalträchtige Hamburger Pflegeheim versucht mit neuem Betreiber und unter dem neuem Namen "Haus Wandsbek" einen Neustart.

Die neue Berliner Inhaber-/ Betreibergersellschaft - vor Ort breits mit weiteren Pflegeeinrichtungen präsent - will das Haus komplett neu aufstellen, u.a. ist eine deutliche Reduzierung derr Pflegeplätze geplant. Aktuell ist die Einrichtung mit 58 Personen belegt, über 170 Plätze sind vorhanden. Grund ist ein von der Heimaufsicht verhängter Aufnahmestop, der Ende August ausgelaufen ist.

Die Einrichtung geriet bundesweit in die Schlagzeilen nachdem bekannt wurde, daß ein Pfleger eine demenzkranke Seniorin nachts mißhandelte und dafür eine Haftstrafe von 7 Monaten erhielt. Die mutige Pflegehelferin, die den Vorfall mit dem Handy filmte und erst die Heimleitung, nach deren Nichtstun die Heimaufsicht informierte, verlor anschließend ihre Arbeitsstelle.

ID 346

 

Münchenstift: 3000 Euro für Pflegekräfte

Niedrige Löhne und hohe Miet- /Lebenshaltungskosten gehen auf Dauer nicht zusammen und führten in Münchens Pflegeheimen zu einem dramatischen Mangel an Pflegekräften. Der  städtische Heimbetreiber Münchenstift reagierte darauf und schloß mit der Gewerkschaft ver.di den Tarifvertrag "TVöDplus" ab, nach dem junge Plegefachkräfte seit Januar ein Einstiegsgehalt von € 3000.- erhalten.

Möglich war der Vertrag erst nach Austritt der Münchenstift aus dem Kommunale Arbeitgeberverband Bayern, den der wollte den Tarifvertrag nicht mittragen.

 


04.09.2017

 

Seniorenwohnzentrum in Hatten bald wieder in Betrieb

Die in 2000 eröffnete und 2014 wegen Legionellenverseuchung geschlossene Wohanlage „Klänerhof“ im Kreis Oldenburg mit 50 Wohnungen wurde von der Lindhorst-Gruppe gekauft und soll ab 2018 wieder in Betrieb gehen.  Seinerzeit war sich die Eigentümergemeinschaft uneins über die Sanierungskosten.

ID 8854

 


01.09.2017

 

Euerdorfer Seniorenheim eröffnet am 2.September wieder

Eineinhalb Jahre nach Schließung der Pflegeeinrichtung im bayerischen Landkreis Bad Kissingen sind die umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen und die Immobilie den gesetzlichen Vorgaben angepaßt worden. Mit weniger Pflegeplätzen, aber mehr Einzelzimmern, neuem Speisesaal und modernisiertem Brandschutz eröffnet die Einrichtung mit neuem Betreiber, neuem Namen unter dem Motto "Herzen öffnen. Menschen begleiten" wieder. Dank breit angelegter Werbekampagne des neuen Betreibers war die Gewinnung der Pflegefachkräfte "nicht einfach", letztlich aber erfolgreich, so Regionalleiterin Hepp.

ID 7305


25.08.2017

 

NRW: Sozialminister präsentiert seine Folterwerkzeuge

Nordrhein-Westfalens neuer Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl Laumann, mahnt die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben hinsichtlich der Einzelzimmerquote in Pflegeheimen an. Demnach müssen in bestehenden Pflegeheimen ab August 2018 mindestens 80% Einzelzimmer vorgehalten werden.

In einer Mitteilung verweist das Ministerium darauf, daß nach dem letzten Erkenntnisstand gut 600 der insgesamt rund 2700 Pflegeheime des Landes diese Vorgaben noch nicht erfüllten. Diese seien angeschrieben worden, 516 hätten darauf reagiert. Davon konnten 72 noch keine "fristgerechte Umsetzungsperspektive" darlegen.Zwar könnten die jetzigen Bewohner dort wohnen bleiben, die "Heimträger müßten allerdings mit einem Belegungsstopp rechnen", so das Ministerium.

Der Minister verweist darauf, daß bereits seit 2003 entsprechende Vorgaben im Landespflegegesetz verankert seien. Dem müssen die "Einrichtungsträger nachkommen, die für die Umsetzung ...15 Jahre Zeit hatten". Alles Andere sei ungerecht gegenüber jenen, die sich daran gehalten und gehandelt hätten.

 

Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände gründen "Liga Düseldorf"

Sechs führende Verbände (AWO, Caritas, Diakonie, Der Paritätische, DRK und Jüdische Gemeinde) schließen sich zur Liga Düsseldorf zusammen. Sie repräsentieren 29 Pflegeheime sowie 52 Einrichtungen der offenen Seniorenarbeit und 151 Kindertagesstätten. Neben der Seniorenarbeit gilt ihr Einsatz Menschen mit Behinderungen, mit Migrationshintergrund, Arbeitslosen und Suchtkranken. Ihr Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung sozialer Arbeit in Düsseldorf in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Stadt.

Zur Liga-Website


21.07.2017

 

Fachkraftmangel: Mitarbeitersuche per Luftballon

Kreativität bewiesen die Verantwortlichen eines Pflegeheims im baden-württembergischen Ortenaukreis: Während des  Sommerfestes ließen die Heimbewohner rund 100 Luftballons aufsteigen, an denen Zettel mit Stellenangeboten des Heimes befestigt waren. Zuvor auf klassischem Weg geschaltete Stellenanzeigen blieben erfolglos.

Zwar darf bezweifelt werden, daß potentielle Bewerber auf diesem Weg erreichbarer sind, schließlich kommt die Thermik als Unsicherheitsfaktor hinzu. Die prominent berichtende Lokalpresse dürfte die Erfolgsaussichten der Aktion jedoch erheblich verbessern.


05.07.2017

 

Sachsens Pflegeheime leisten gute Arbeit

So das Fazit von Sozialministerin Barbara Klepsch in einer Stellungnahme zu einer Anfrage der Linksfraktion. 2016 wurden insgesamt 458 Pflegeheime kontrolliert - etwa jedes zweite sächsische Pflegeheim. In lediglich 2 Fällen wurden Auflagen in Form von Aufnahmestopps erteilt. Ursache: fehlendes Pflegepersonal. Darum müssten, so Schaper, Pflegeberufe durch höhere Löhne aufgewertet und vorhandene Mittel so verteilt werden, daß diese auch bei Pflegern und zu Pflegenden ankommen.

Gegenüber den Vorjahren hat die sächsiche Heimaufsicht ihre Kontrollfrequenz deutlich erhöht: in 2015 erfolgten 240 Heimbegehungen, 2014 waren es nur 195.


 

29.06.2017

Künftig zentralisierte Heimaufsicht in Hamburg ?

Die Aufsicht über die ambulanten und stationären Pflegedienstleistungen liegt bei den 7 Bezirksverwaltungen, in die die Hansestadt eingeteilt ist. Das könnte sich - so Stimmen aus der Harburger Bezirksverwaltung - ändern. Nach Aussage eines Vertreters der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) in einer Sitzung des Bezirksausschußes liegen Pläne vor, die eine Zentralisierung der Heimaufsicht anstrebt. Diese soll demnach entweder künftig im BGV gebündelt oder alternativ an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ausgegliedert werden. Dies soll sowohl die stationären als auch ambulanten Dienstleister betreffen.

Weitere Details ließ sich der BGV-Vertreter nicht entlocken: eine Lenkungsgruppe des BGV müße zuerst "Entscheidungen treffen".

 


22.06.2017

 

Bayern will Heimgesetze verschärfen

Ausgelöst durch die dubiosen Todesfälle in der fränkischen Seniorenreisdenz "Schloß Gleusdorf" sind Einzelheiten über die geplanten Änderungen der bayerischen Heimgesetze bekanntgeworden.

Demnach soll die bisher hauptsächlich auf Beratung ausgelegte Arbeit der FQA (Fachstellen für Pflege- und Behinderteneinrichtungen - Qualitätsentwicklung und Aufsicht) im Wiederholungsfall Anordnungen erlassen müßen und nicht nur - wie bisher - erlassen können. Ferner soll der Informationsaustausch zwischen den beteiligten Behörden sowie dem MDK verbessert werden mit dem Ziel, Defizite schneller zu erkennen und untereinander zu kommunizieren. Schließlich werde eine "Betriebserlaubnispflicht" für (potentielle) Heimbetreiber "geprüft".

Nach Angaben des Ministeriums soll die Gesetzesnovelle bis zum Anfang der kommenden Legislaturperiode Ende 2018 abgeschlossen sein.

 

Heimaufsicht München: Pflegemängel nehmen zu

Die amtlichen Prüfer stellen im abgelaufenen Jahr bei insgesamt 229 Kontrollen eine deutliche Zunahme (von knapp 10%) an Pflegemängeln fest. In 59% seien Verstöße gegen gesetzliche Qualitätsvorgaben festgestellt worden. Die Mängel treten etwa bei der Schmerzbehandlung und Dekubitusversorgung auf. In 53 Fällen sei eine Ruhigstellung u.a. mit Psychopharmaka erfolgt, in 64 Fällen keine ausreichende Sturzprophylaxe. Immerhin sind freiheitsentziehende Maßnahmen seltener geworden, von 2008 bis 2016 sei die Quote von rund 20 auf jetzt 1,2% gesunken.

Wesentlichste Ursache: der sich - gerade im Großraum München - verschärfende Fachkraftmangel. Insbesondere die dort hohen Mietkosten lassen sich mit den Löhnen der Pflegekräfte kaum vereinbaren.

 


 

19.06.2017

 

Sachsen-Anhalt: Fast ein Drittel weniger Pflegeschüler

So der Verband Deutscher Privatschulen Sachsen-Anhalt (VDP). Demnach ist die Zahl der Schüler zwischen 2010 und 2016 um rund 10 % gesunken, in der Fachrichtung Altenpflegehilfe und Kinderkrankenpflege sogar um mehr als 30%.

Hintergrund sei,  so Verbandsgeschäftsführer Jürgen Banse, daß Altenpflegeschüler monatlich bis zu € 150.- Lehrgeld zahlen müssten, während Lehrlingen in anderen Bereichen, etwa technischen Ausbildungsberufen, bis zu € 1000.- monatlich gezahlt würden. Wer sich dennoch für einen Pflegeberuf entscheide, wähle häufig den des Krankenpflegers. Der verdiene später mit knapp € 2900.- rund 1000 Euro mehr als ein Altenpfleger, der nur auf € 1789.-im Monat käme.

Für das Bundesland wird bis zum Jahr 2030 ein Mehrbedarf an Altenpflegern um bis zu 36% prognostiziert.


12.06.2017

 

Heimaufsicht Mettmann: Fachkraftmangel führt zu problematischer Einstellungspraxis

Die Heimaufsicht stellte jetzt im Gesundheitsausschuss ihren Abschlußbericht für das zurückliegende Jahr vor. Demnach wurde häufiger festgestellt, daß bei Neueinstellunge auf die eigentlich vorgeschriebene Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses verzichtet bzw. nicht alle 5 Jahre angefordert wurde. Es wurden Mitarbeiter beschäftigt, die wegen Einbruchdiebstahl, Körperverletzung oder Verstoßes gegen das BtMG verurteilt waren. In 8 derartiger Fällen steht ein Beschäftigungsverbot im Raum.

Desweiteren wurden - neben dem Dauerbrenner Pflegedokumentation - Fehler in der Medikamentenversorgung festgestellt. In einem Fall wurde mehrfach abgelaufenes Insulin verabreicht.

Die Behörde ist für die Aufsicht von 51 stationären Einrichtungen mit über 5000 Pflegeplätzen im Kreisgebiet zuständig.

 


10.06.2017

 

Kritik an Marienhaus-Holding

für ihre Absicht, ihre Waderener St.-Elisabeth-Klinik bis Jahresende zu schließen. Das dazugehörende Pflegeheim soll - so der Plan - eine Erweiterung auf dem Klinikgelände erhalten, finanziert aus Mitteln des Innovationsfonds. Die Lokalpolitik kritisiert diese Entscheidung heftig, ein Pflegeheim sein "kein Ersatz für ein Krankenhaus", so der Bürgermeister. Der ortsansässige Arzt und Co-Vorsitzende des saarländischen Hausärzteverbandes glaubt, der Standort sei durch den Träger "systematisch heruntergewirtschaftet" worden.

Die Holding gibt "Verluste in Millionenhöhe" als Begründung für die Schließung an.

ID 2545


Heimaufsicht Nürnberg: Missstände in Pflegeheimen nehmen zu

Die Anzahl "erheblicher Mängel" in Pflegeheimen habe sich seit 2016 mehr als verdoppelt - so ein Bericht der Aufsichtsbehörde an den städtischen Gesundheitsausschuss. Als erheblicher Mangel werden Defizite definiert, die nachteilige Auswirkungen auf den Gesundheitszustand eines Pflegebedürftigen haben. Bereits 2015 beklagte die Behörde mit 32 Mängelmeldungen einen drastischen Anstieg der Mängel gegenüber dem Jahr 2014.

Insgesamt 104 Nürnberger Heime unterliegen der staatlichen Aufsicht, davon wurden rund 100 aufgesucht.

 


02.06.2017

 

Erste Senioren-WG im Bodenseekreis

Aus der "Seniorenresidenz am Schlosssee" wird die "Senioren-Wohngemeinschaft am Schlosssee" und damit die erste Senioren-WG im Landkreis. Katalysator der Entwicklung des ehemaligen Pflegeheims sind die im Bundesland ab 2019 geltenden Betriebsvorschriften für Pflegeeinrichtungen.

Eine Anpassung der voll belegten 10-Betteinrichtung konnte sich der Inhaber nicht leisten. Die deshalb bereits angekündigte Heimschließung stieß auf breiten Widerstand der Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und des Personals: zu sehr war ihnen die engagierte Pflege und familiäre Atmosphäre des Hauses ans Herz gewachsen. Fehlende Alternativ-Pflegeplätze im Kreis gaben den letzten Schubs, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen.

Nach einem Jahr ist es vollbracht: das Haus bleibt bestehen und wird künftig ambulant betreut. Die pflegerische Versorgung übernimmt das örtliche DRK, das auch alle Pflegekräfte übernahm. Am 31.Mai erfolgte die offizielle Übergabe des Hauses an die sich jetzt selbst verwaltende Gemeinschaft.

ID 9095


26.05.2017

 

Ebersberg  will neue Tagespflegeeinrichtung

Auf Beschluss des Sozialausschusses soll der Ebersberger Stadtrat  (Kreis Ebersberg, BY) die Möglichkeiten der Errichtung einer Tagespfllegestation prüfen. Bisher gibt es ein entsprechendes Angebot nur in Grafing. Die Verwaltung wurde beauftragt, zunächst Anregungen des Seniorenbeirates einzuholen, danach soll Kontakt zu freigemeinnützigen Trägern aufgenommen werden.

 


12.05.2017

 

Chemnitz: Viele Heimneubauten - wenig Fachpersonal

3 Heimneubauten mit über 300 Pflegeplätzen entstehen derzeit in Sachsens drittgrößter Stadt (rd.250.000 EW). Sie wollen allesamt noch dieses Jahr eröffnen. Die Bauarbeiten laufen weitgehend planmäßig, was man von der Rekrutierung des Fachpersonals angesichts eines leergefegten Arbeitsmarktes nicht behaupten kann. Der Betreiber des Neubaus in der Augustusburger Straße konnte immerhin die Hälfte des benötigten Personals verpflichten, zumindest „die Eröffnung (ist) damit sichergestellt“.

Große Betreiberorganisationen nehmen  die Ausbildung zunehmend selbst in die Hand. Kleineren bleibt nur die Personalakquise direkt von der Pflegeschule oder die Abwerbung bei Wettbewerbern. Die wird häufig garniert mit Prämien, darunter satte Barzahlungen bis hin zu Dienstwagen auch für die private Nutzung. Beides bietet keine nachhaltige Lösung, diesbezügliche Ansätze tun sich schwer (siehe auch Rubrik "Sonstiges").

 


05.05.2017

 

Aurelius Hof steht vor Verkauf

Die Betreiber-GmbH des unter kommunaler Kontrolle stehenden Pflegeheims im hessischen Kreis Offenbach soll verkauft werden. Mit "einem ernsthaften Interessenten" sei man im Gespräch, so die Rathauschefin. Details werden nicht genannt, der Weiterbetrieb als Pflegeheim sei sichergestellt.

78 Dauerpflegeplätze bietet die Einrichtung, nach marktd!alog-Informationen mindestens seit 2015 voll belegt. Die Einrichtung erwirtschaftet auch Gewinn, um rund € 1,5 mio. konnte der Schuldenberg in den letzten beiden Jahren abgebaut werden. Doch die verblieben 7,5 mio. Verbindlichkeiten, entstanden aus einer verunglückten Finanzierung des in 2004 fertiggestellten Baus, belasten die Kommune, die gegenüber der Betreibergesellschaft bürgt.

ID 1737

 


28.04.2017

 

Balingen benötigt mehr Pflegeplätze

Das gut 30.000 Einwohner zählende Städtchen im Zollernalbkreis (BW) sieht einen Mangel an Pflegeplätzen kommen. Daher beauftragte es den Tübinger Bevölkerungsprognostiker Häusser mit einer genaueren Untersuchung, dessen Ergebnisse jetzt im Stadtrat besprochen wurden. Häusser geht von einem Bedarf von 409 Pflegeplätzen im Jahr 2020, in 2030 von 472 Plätzen aus. Dem stehen derzeit  407 Plätze gegenüber. Im Ergebnis will die Kommune Leitlinien für die Grundstücksvergabe erarbeiten.

Nach marktd!alog-Erkenntnissen beträgt die stadtweite Auslastung der vorhandenen Pflegeplätze 68 %, da für die letztes Jahr neue eröffnete Casa Reha-Einrichtung (100 Betten) noch keine Belegungszahlen vorliegen. Ohne diese Neueröffnung läge der Auslastungsgrad bei gut 90 %. Zudem stehen Investoren mit Bauvorhaben für rund 100 zusätzliche Pflegebetten in den Startlöchern. Dem stehen etwa 70 Pflegebetten in Doppelzimmern gegenüber, die ab 2019 nicht mehr zugelassen sind.

ID 7437, 8388

 

Ingolstadt: Kommune sucht Auswege aus dem

Mangel an Pflegefachkräften. Anlaß war die Meldung, daß derzeit in der Stadt 60 Pflegeplätze wegen fehlendem Pflegepersonal nicht belegt werden können. Ähnlich München bieten niedrige Löhne einerseits und hohe Mieten andereseits keine Anreize, sich in Ingolstadt um eine entsprechende Ausbildung oder Arbeitsstelle zu bemühen.

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich jetzt der Stadtrat mit dem Problem. Zwei Lösungsansätze wurden diskutiert: der Bau eines Wohnheims, um Auszubildenden bezahlbare Wohnmöglichkeiten zu eröffnen und  die Einschaltung einer Personalvermittlung. Ein allseits überzeugender Lösungsansatz wurde in besagter Stadtratssitzung nicht gefunden.


21.04.2017

 

Stuttgart will Erbbauzins erhöhen

Bis zu 40 soziale Einrichtungen -darunter viele Pflegeheime meist freigemeinnütziger Träger - stehen auf Grundstücken der Stadt Stuttgart. Dafür zahlen die jeweiligen Betreiber den jährlichen Erbbauzins. Dieser bemißt sich nach der Nutzungsart und dem Verkehrswert des Grundstücks. So ist etwa für die Nutzungsart "Betreutes Wohnen" ein Zinssatz von 7% des Verkehrswertes, für die Nutzungsart "Pflegeheim" von 0,75% zu zahlen. Das Gros der bestehenden Erbbaurechtsverträge stammt aus den 1960er Jahren.

Die durch die künftig geltende Landesheimbauverordnung ausgelöste Anpassungswelle (etwa die Umwandlung stationärer zu ambulant betreuter Pflege) bestehender Bauten und der veraltete Verkehrswert veranlassen die Stadt, den Erbbauzins anzuheben. Derzeit arbeitet die städtische Fachabteilung an einer Grundsatzvorlage, die Grundlage für Verhandlungen mit den Erbbauberechtigten sein soll. Diese soll möglichst noch vor der Sommerpause im Gemeinderat beschlossen werden.

Für die jeweiligen - insbesondere den alteingesessenen - Träger stehen Kostenexplosionen im Raum. Daher will die Stadt Neuverträge mit "Fingerspitzengefühl" aushandeln, so Finanzbürgermeister Michael Föll.

 

Stuttgart: Rund 2500 Dauerpflegeplätze fehlen bis 2025

Einen Bedarf von 7.321 stationären Pflegeplätzen weist die Fortschreibung 2025 des Kreispflegeplans (Stand August 2016) aus, wie der Vertreter des federführenden Sozialamtes, Alexander Gunsilius,  jetzt dem Beirat des Ortsbezirks Mühlhausen erläuterte. Dem stünden 5.555 existierende und geplante Pflegebetten gegenüber.

Inzwischen ist der Pflegeplatzbestand gesunken, weil aufgrund der ab 2019 geltenden Einzelzimmerquote  Pflegeplätze abgebaut werden. Weitere 241 Pflegeplätze sollen nach vorliegenden Ankündigungen von Heimbetreibern demnächst wegfallen.

Nach marktd!alog-Berechnungen existieren derzeit noch 5.519 Pflegeplätze in der Landeshauptstadt, die zu etwa 93 % ausgelastet sind, was ca. 450 freien Pflegeplätzen entspricht. Dem stehen mindestens 560 Pflegeplätzen gegenüber, die noch in Doppelzimmern vorgehalten werden.

Die Aussichten, den sich abzeichnenden Pflegeplatzmangel durch Heimneubauten oder ambulante Betreuungsformen abzumildern, stehen schlecht: es mangelt schlicht an Grundstücken.

 

Rendsburg: Streit um Zukunft des Pflegeheims

Seit Jahren muß Steuergeld für den Betrieb des kommunalen Pflegeheims zugeschossen werden, von rund € 700.000 ist die Rede. Grund genug für eine Suche nach Lösungen: eine Möglichkeit wäre die Umwandlung in eine rechtlich eigenständige Betreibergesellschaft unter Hinzunahme von Minderheitspartnern.

Die Betriebsleitung des Eigenbetriebs hingegen möchte das Haus modernisieren, macht einen Sanierungsstau als Ursache des Belegungs- und finanziellen Defizits aus: 8 Zimmer stehen wegen fehlender Barrierefreiheit leer. ID 5947

 

Seniorenresidenz Schloß Gleusdorf: Geschäftsführerin wieder auf freiem Fuß

Nach der Freilassung des Pflegedienstleiters im Januar wurde jetzt auch die Geschäftsführerin/Leiterin des Seniorenheims aus der Haft entlassen. Nach Mitteilung des OLG Bamberg ergab ein jetzt fertiggestelltes Gutachten der Rechtsmedizin Würzburg auf Grundlage einer Obduktion keine Hinweise auf möglichen Totschlag durch Unterlassen.

Wie mehrfach berichtet, führten mehrere ungeklärte Todesfälle in dem Seniorenheim zu den Festnahmen. Trotz der Haftentlassung besteht weiterhin dringender Tatverdacht gegen die Geschäftsführerin, der wegen drei Fällen von gefährlicher und 20 Fällen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Mißhandlung von Schutzbefohlenen zur Last gelegt wird. Der Haftbefehl wurde daher nur unter Auflagen außer Vollzug gesetzt, die Ermittlungen dauern an. ID 8643


Ambulanter Pflegedienst wird aufgelöst

Rund 50 Pflegebedürftige betreuten die 6 angestellten Pflegefachkräfte des „DRK Pflegedienste Schwarzwald-Baar gGmbH“ zuletzt. Der seit Jahren anhaltende Personalengpass konnte aufgrund des Fachkraftmangels nur durch teure Leiharbeitskräfte ausgeglichen werden, auf Dauer ein Verlustgeschäft. Daher beschloß die Delegiertenversammlung die Auflösung der Gesellschaft zum 31.April 2017.

 


11.04.2017

 

Casa Reha-Pflegeheim zensiert unliebsamen Presseartikel

Der Hamburger "Emilienhof" ist wegen Pflegemängel im Visier der Heimaufsicht-im Mai 2016 wurde ein Aufnahmestopp verhängt. Die weitere Entwicklung wurde in einem Bericht des Hamburger Abendblatts vom 8.April thematisiert, doch den bekamen die Heimbewohner in den ausliegenden Ausgaben nicht zu lesen, die entsprechende Seite 14 wurde nach Angaben der Zeitung herausgetrennt.

ID 346

 


10.04.2017

 

Rendsburg: Streit um Zukunft des Pflegeheims

Seit Jahren muß Steuergeld für den Betrieb des kommunalen Pflegeheims zugeschossen werden, von rund € 700.000 ist die Rede. Hoch genug für eine Suche nach Lösungen, eine Möglichkeit wäre die Umwandlung in eine rechtlich eigenständige Betreibergesellschaft unter Hinzunahme von Minderheitspartnern. Die Betriebsleitung hingegen möchte das Haus modernisieren, macht einen Sanierungsstau als Ursache des Defizits aus: 8 Zimmer stehen wegen fehlender Barrierefreiheit leer.

Nach marktd!alog-Informationen wurde die im Jahr 1907 errichtete Immobilie 2005 letztmalig modernisiert und ist heute zu rund 89% belegt.

ID 5947

 


03.04.2017

 

Seniorenresidenz Schloß Gleusdorf: Geschäftsführerin wieder auf freiem Fuß

Nach der Freilassung des Pflegedienstleiters im Januar wurde letzte Woche auch die Geschäftsführerin/Leiterin des Seniorenheims aus der Haft entlassen. Nach Mitteilung des OLG Bamberg ergab ein jetzt fertiggestelltes Gutachten der Rechtsmedizin Würzburg auf Grundlage einer Obduktion keine Hinweise auf möglichen Totschlag durch Unterlassen.

Wie mehrfach berichtet (siehe ältere Meldungen in dieser Rubrik), führten mehrere ungeklärte Todesfälle in dem Seniorenheim zu den Festnahmen.

Es besteht jedoch weiterhin dringender Tatverdacht gegen die Geschäftsführerin wegen drei Fällen von gefährlicher und 20 Fällen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Mißhandlung von Schutzbefohlenen. Der Haftbefehl wurde daher nur unter Auflagen außer Vollzug gesetzt, die Ermittlungen dauern an.

ID 8643


31.03.2017

Creglingen: Betreiberwechsel Emma-Weizsäcker-Haus angekündigt

Das vom Diakoniewerk Schwäbisch-Hall betriebene Pflegeheim wird ab 1.Juli 2018 vom Saarländischen Schwesternverband betrieben. Es bietet Platz für 38 pflegebedürftige Senioren. Die Immobilie gehört dem Landkreis. Für die Betroffenen ändere sich durch den Betreiberwechsel nichts, so der künftige Betreiber.

ID 7190

 

Haus am Valentinspark erlegt sich Aufnahmestopp auf

Ausgelöst durch die Pflegenote 3,6 nach einem kürzlich erfolgten Routinebesuch der Heimaufsicht zieht die Leitung des Betreibers Paritätischer Wohlfahrtsverband jetzt die Reißleine und erlegt sich selbst einen Aufnahmestopp auf. Hintergrund ist der eklatante Fachkraftmangel gerade im Großraum München. Derzeit ist die 180-Betteneinrichtung mit 157 Pflegebedürftigen belegt.

Da auch die Verpflegung Anlaß zur Klage bot, wurde der Versorgungsvertrag mit dem Caterer inzwischen gekündigt. Künftig soll wieder selbst gekocht werden. Außerdem wurde vom Betreiber beim MDK eine Nachprüfung beantragt. Bis Ende Mai soll alles besser werden.

ID 1523


24.03.2017

 

Heimaufsicht Wolfsburg: Deutliche Zunahmen von Beschwerden

Die Heimaufsicht der kreisfreien Stadt Wolfsburg (NI) vermeldet 2016 eine deutliche Zunahme von Beschwerdefällen. Diese sind von 29 im Jahr 2015 auf 39 in 2016 angestiegen. Darunter auch das auf einer Kliniketage 2015 neu eröffnete Pflegeheim „Am Klieversberg“, dessen Pflegenote nach einem durch Angehörigenbeschwerde ausgelöste Kontrollbesuchs abrutschte.

Neueröffnungen erklären den Beschwerdezuwachs alleine jedoch nicht, denn die gab es kaum.

ID 7347

 

Heimaufsicht Kassel: Haus Ederaue auf "einem guten Weg"

Bis neue Pflegeheime belegt und sich Arbeitsabläufe eingespielt haben, dauert es. Das weiß auch die Aufsichtsbehörde und läßt sich mit einem ersten Kontrollbesuch Zeit. Anders im Edertaler Haus Ederaue (Kreis Waldeck-Frankenberg), im Februar 2016 eröffnet: trotz der erst geringen Belegung gingen Angehörigenbeschwerden ein. Von durchnässten Betten, verdreckter Kleidung und einem mit Kot verunreinigten Rollstuhl war die Rede.

Im Einzelnen bestätigt die Heimaufsicht die Beschwerden nicht, doch werde das Haus seit Juni 2016 engmaschig überwacht und sei "auf einem guten Weg".

ID 2405


16.03.2017

 

Saarländische Heimaufsicht erhält weitere Kompetenzen

Am 15.März beschloß der Landtag Änderungen im Landesheimgesetz, die u.a. den Geltungsbereich ausdehnen. So fallen künftig ambulante Pflegedienste unter staatliche Aufsicht. Der staatliche Schutz wird ferner auf alternative Betreuungs- und Lebenssituationen in der Pflege ausgedehnt.

Neu ist eine „erweiterte Experimentierklausel“, mit der Träger Genehmigungen für „von den verfassten Verordnungen abweichende modellhafte Betreuungs- und Wohnsettings“ einrichten können, heißt es in der Pressemitteilung  des Sozialministeriums.

Mitarbeiter in der Pflege müssen künftig in „vorgegebenen Zeiträumen“ ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

 


10.03.2017

 

Aufnahmestopp für AZURIT Seniorenzentrum Sörgenloch

Die bereits seit Monaten erhobenen Vorwürfe gegen das Seniorenzentrum im Kreis Mainz-Bingen wegen Pflegemängel haben jetzt zu einem von der Heimaufsicht verfügten Belegungsstopp - zunächst befristet bis Juni - geführt. Das 2014 neu eröffnete Haus mit 141 Betten war zuletzt zu rund 62% belegt.

ID 2039


02.03.2017

 

Aufnahmestopp für Wolfsburger Pflegeheim

Für das von der Perfekta-Gruppe betriebenen Pflegeheims "Mein Zuhause Heiligendorf" im niedersächsischen Wolfsburg hat die Heimaufsicht einen Aufnahmestopp verhängt. Grund ist der Mangel an Fachpflegekräften. Probleme scheint es aber auch außerhalb der Pflege zu geben: Angehörige von Heimbewohnern schildern Mängel in der Wäscheversorgung oder der Essensausgabe. Beim regelmäßigen Stehen in der Warteschlange soll eine Heimbewohnerin gestürzt und sich den Oberarm gebrochen haben. Der Geschäftsführer des Heimbetreibers kritisiert die gesetzlich geregelte "sehr starre" Fachkraftquote.

Das Haus verfügt über 103 Pflegeplätze, von denen nach marktd!alog-Informationen zuletzt 83 belegt waren.

ID 8855

 

Immobilienverkauf „Haus Sonnengarten“ wird nicht rückabgewickelt

Der umstrittene Verkauf des Schwäbisch-Haller Pflegeheims (siehe unsere Meldung vom 10.02.2017) kann nicht rückabgewickelt werden. Entgegen erster Verlautbarungen lehnt die Käuferin und noch-Ehefrau des Bürgermeisters diese ab. Zwar ist der Ratsbeschluß durch den befangenen Bürgermeister nichtig, auf den rechtlich bindenden Kaufvertrag hat dies indes keine Auswirkungen. Durch Änderung der Geschäftsordnung will der Stadtrat Ähnliches für die Zukunft verhindern.

ID 8741

 


28.02.2017

 

Fachkraftmangel: alarmierende Zahlen aus Bayern

Anläßlich des KWA-Symposiums in München stellte Prof. Isfort vom Deutschen Institut für Pflegeforschung eine Regionalanalyse des Arbeitsmarktes für Pflegefachkräfte vor. Demnach waren in Bayern im Oktober 2016 insgesamt 199 arbeitslose Altenpflegefachkräfte gemeldet, denen etwa 13.000 offenen Stellen gegenüberstanden. Im besonders problematischen Raum München sei der Ersatzbedarf drei Mal so groß wie die Zahl qualifizierter Berufseinsteiger, gleichzeitig steigt die Zahl der 80+jährigen im Landkreis von 2015 bis 2030 um 75%.

Der Professor empfahl den Betreibern übergreifende regionale Allianzen zur Gewinnung und Qualifikation von Pflegemitarbeitern zu schaffen, statt Abwerbeprämien und Kopfgelder auszusetzen.

 

 


 

23.02.2017

Abstimmung über neues Bremer Heimgesetz verschoben

Die für den 23.02.2017 anberaumte Abstimmung über die von der Gesundheitssenatorin vorgelegte Neufassung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, in einer Vorbesprechung der Fraktionen wurde Nachbesserungsbedarf festgestellt. Die SPD etwa fordert eine Erhöhung des Personalschlüssels bei Nachtdiensten, begrüßt den Entwurf jedoch grundsätzlich.

Mit dem Entwurf soll unter anderem eine bessere Kontrolle ambulanter Pflegedienstleister erreicht werden, Heime sollen zur Erarbeitung eines Gewaltschutzkonzeptes verpflichtet werden.

 


18.02.2017

 

Angehörigenbefragung: Hamburgs Pflegeheime schneiden gut ab

"Zwei Drittel der Angehörigen" vwürden das jeweilige Pflegeheim weiterempfehlen, 78 % halten den Umgang des Personals für "überwiegend wertschätzend". 73% schätzen die Kenntnise der Pflegenden zum Gesundheitszustand der ihnen anvertrauten Pflegebedürftigen als "gut" oder "sehr gut" ein.

So lautet ein erstes Fazit aus der von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz durchgeführte Angehörigenbefragung. Per Fragebogen sollten die Angehörigen der rund 16.000 Heimbewohner Auskunft geben, etwa 6200 taten es auch. Die Befragung ist Teil der von der Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks eingeführten Wohn- und Betreuungsdurchführungsverordnung.

Auch Schwachstellen wurden zutage gefördert. So sind nur 37,4% der Befragten der Meinung, daß ihre jeweiligen Angehörigen eine feste Bezugspflegekraft hätten. Jeder dritte Angehörige erklärte, daß die Heimbewohner "selten oder nie" Gelegenheit bekämen, an Veranstaltungen im Stadtteil teilzunehmen, obwohl sie dies gesundheitlich noch könnten.

Die Umfrageergebnisse sollen auch im Internet veröffentlicht werden.

 

Pro Seniore-Mitarbeiter demonstrieren für mehr Lohn

Etwa 30 Beschäftigte der beiden Cottbuser Pro Seniore-Residenzen zogen letzten Freitag nach Aufruf der Gewerkschaft ver.di mit Trillerpfeifen und Plakten durch die Innenstadt, um der Gewerkschaftsforderung nach mehr Gehalt Nachdruck zu verleihen. ver.di fordert für die etwa 100 Pro Seniore-Beschäftigten einen Tarifvertrag ähnlich dem des kürzlich für die Mitarbeiter des kommunalen Pflegeheims abgeschlossenen. Dort erhalten - ver.di zufolge - die Mitarbeiter je nach Beschäftigungszeit zwischen 8 und 38 % mehr Gehalt. Pro Seniore hingegen hat eine Erhöhung um 1,5% angeboten.

ID 4744, 4747


17.02.2017

 

Lage: Verunsicherte Heimbewohner, verärgerte Kommunalpolitiker

"Baubeginn in Kürze" - so steht es auf einem Bauschild für einen geplanten Pflegeheim-Ersatzbau im lippischen Städtchen Lage. Das Schild steht allerdings seit einem guten Jahr. Angehörige der zuletzt 64 Pflegebedürftigen drohen schon, die einen mit Zahlungskürzungen, andere gar mit dem Anwalt. Denn dem bestehenden Heim droht aufgrund neuer Bauvorschriften demnächst die Betriebsuntersagung. Die Begründung für den ausbleibenden Baustart des im sozialen Umfeld angesiedelten Betreibers werden von den Betroffenen als Ausreden empfunden.

Ursache könnten andere Bauvorhaben privater Investoren sein, die ihre Vorhaben deutlich schneller vorantreiben. Zwei Neubauten mit gesamt 160 Pflegeplätzen sollen entstehen und ab 2018 das bestehende Pflegeplatzangebot in dem 35.000 Seelen-Städtchen deutlich erhöhen.

ID 3831, 6942, 8664

 


13.02.2017

 

Heimaufsicht Kreis Segeberg: Beschwerden explodieren

Eine explosionsartige Vermehrung von Beschwerden über Pflegeeinrichtung in 2016 beklagt die Heimaufsicht des Landkreises bei der Vorstellung ihres Tätigkeitsberichtes. Die Anzahl der Beschwerden sei von 39 im Vorjahr auf 128 angestiegen. Beschwerdegründe seien Mängel in der Pflege, Hygiene und die Personalsituation. Letztere hält die Kreissprecherin für die wesentliche Ursache: den Mangel an Pflegefachkräften.

Über die Anzahl verhängter Anordnungen macht die Heimaufsicht keine Angaben. Geschlossen werden mußte keine Einrichtung,  mehrere hätten jedoch von sich aus aufgegeben. Derzeit seien im Kreisgebiet 80 stationäre Einrichtungen mit 4981 Betten in Betrieb.

 


 

10.02.2017

Immobilienverkauf „Haus Sonnengarten“ soll rückabgewickelt werden

Baden-Württemberg ist für seine geschmackvollen Speisen bekannt. Vorgänge mit „Geschmäckle“ hingegen können auch sonst eher bedächtige Schwaben in Wallung bringen.

Diese führten jetzt zu einem Beschluß der Ratsherren Schwäbisch-Halls, den kürzlich geschlossenen Kaufvertrag über die örtliche Pflegeheim-Immobilie rückgängig zu machen. Die Details des Vertrages wurden im Januar publik und versetzen seither Öffentlichkeit und Medien in Aufregung.  Verkauft wurde die  2012 für rund € 5 mio. errichtete Immobilie (56 Pflegeplätze) der städtischen Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft (GWG ), deren Aufsichtsratsvorsitzende der Oberbürgermeister ist, an seine noch-Ehefrau. Die gab in einem ordentlichen Bieterverfahren das höchste Gebot, wiederum € 5 mio., ab. Der Deal wurde seinerzeit von den Ratsherren - inklusive Oberbürgermeister - ebenso abgenickt wie von der Kommunalaufsicht. Nach Wochen der Entrüstung jetzt also Rolle rückwärts.

Für die Zukunft des Pflegeheims sind die Vorgänge indes eher Randnotizen. Gerade erst hat besagte GWG gemeinsam mit dem jetzigen Heimbetreiber einen Generalunternehmer mit der Planung eines Ersatzbaus beauftragt.

ID 8741

 


06.02.2017

Caritasverein in finanziellen Nöten

Mit Verzicht auf Sonderzahlungen und rund 5% Gehalt sollen die Mitarbeiter eines Pflegeheims im Kreis Regensburg die wirtschaftliche Zukunft des Hauses sichern helfen. Darum bat der  Stadtpfarrer und Vorsitzende des Trägervereins, denn sonst drohe im Laufe des Jahres die Insolvenz.  Das 1995 nach Umbau eines Kinderheims eröffnete Haus verfügt über  54 (voll belegte) Pflegebetten, davon gut 60% Einzelzimmer. Geleitet wird es seit rund 1 Jahr kommissarisch vom Leiter des benachbarten BRK-Pflegeheims aufgrund einer langwierigen Erkrankung des Caritas-Heimleiters.

ID 8792

 


03.02.2017

 

 

Landkreis Zwickau: Aufnahmestopp in Pflegeheimen

In dem sächsischen Landkreis können Pflegeheime vereinzelt keine Pflegebedürftigen mehr aufnehmen. Grund ist nicht etwa eine mangelnde Kapazität an Pflegeplätzen. Im Gegenteil stehen ganze Stationen leer. Ursächlich sind fehlende Pflegefachkräfte. Nach Angaben des Arbeitsamtes sind derzeit 85 Pflegestellen offen. Nach Aussage eines Heimbetreibers hat die Einführung von Pflegegraden am Jahresanfang aufgrund des höheren Personalschlüssels die Lage zusätzlich verschärft.

Gleichzeitig entstehen in der Region - inklusive der (kreisfreien) Stadt Chemnitz - mindestens 4 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 400 Pflegebetten. Bedarf besteht: laut einer Erhebung des Freistaates werden alleine in Chemnitz im Jahr 2020 mehr als 700 zusätzliche Plätze benötigt.


Heimbetreiber BeneVit zeigt Rote Karte

Und die gilt dem Bürgermeister von Burladingen, der mit seinen AfD-Sympathiebekundungen landesweit für Aufsehen sorgte. Ursprünglich wollte BeneVit - im Ort bereits durch ein Seniorenheim vertreten - 5 mio. Euro in das neue Gesundheitszentrum im Stadtkern investieren. Diese Pläne wurden jetzt auf Eis gelegt. Geplant waren Arztpraxen, Seniorenwohngemeinschaften und eine Tagespflegestation.

BeneVit-Geschäftsführer Pfister sieht das Ansehen seines Unternehmens in einem Ort gefährdet, dessen Bürgermeister rechtspopulistische Meinungsmache verbreite, da diese im klaren Gegensatz zu den Werten seines Unternehmens stünden. Dazu gehöre "Wertschätzung und Respekt gegenüber jedermann". Pfister verweist weiter darauf, daß in seinem Unternehmen Mitarbeiter aus 40 Nationen tätig sind.

ID 7269

 


02.02.2017

 

Caritasverein in finanziellen Nöten

Mit Verzicht auf Sonderzahlungen und rund 5% Gehalt sollen die Mitarbeiter eines Pflegeheims im Kreis Regensburg die wirtschaftliche Zukunft des Hauses sichern helfen. Darum bat der  Stadtpfarrer und Vorsitzende des Trägervereins, sonst drohe im Laufe des Jahres die Insolvenz.  Das 1995 nach Umbau eines Kinderheims eröffnete Haus verfügt über  54 (voll belegte) Pflegebetten, davon gut 60% Einzelzimmer. Geleitet wird es seit rund 1 Jahr kommissarisch vom Leiter des benachbarten BRK-Pflegeheims aufgrund einer langwierigen Erkrankung des Caritas-Heimleiters.

ID 8792

 


31.01.2017

 

Steigendes Vergiftungsrisiko in Altenheimen

Der schweizerische Notdienst "Tox Info Suisse" meldet eine Häufung von Vergiftungsfällen in Seniorenheimen aufgrund falscher Medikation. 2016 seien rund 500 derartige Meldungen aus entsprechenden Institutionen eingegangen, meist gehe es dabei um Verwechslungen oder falsche Dosierungen bei der Medikamentenabgabe. Eine Ursache scheint fehlendes oder überlastetes Fachpersonal zu sein. Häufig stellen Pflegende die Medikamente zusammen, etwa bei Pflegebedürftigen mit Mehrfacherkrankungen oder Demenz. Insbesondere bei Schichtwechsel steige das Risiko.


27.01.2017

 

Der Fall Gleusdorf und die Suche nach Antworten

Für bundesweite Schlagzeilen sorgten mehrere ungeklärte Todesfälle im unterfränkischen Pflegeheim Schloß Gleusdorf, die Verhaftungen, Durchsuchungen und Exhumierungen zur Folge hatten. Auf Initiative des "Fränkisches Tagblatt", dessen Veröffentlichungen im Juli 2016 die Zustände erst ans Licht brachten, fand am 26.Januar in Anwesenheit der bayerischen Gesundheitsministerin sowie Vertreter des MDK, der AOK, des BPA eine Podiumsdiskussion über die Lehren aus dem Fall statt.

Rund 100 Besucher waren anwesend, d